Geschenkideen für Wander, Thru-Hiker, Weitwanderer und Outdoorfans



Bald ist wieder WEIHNACHTEN! Was? nur noch gute 5 Wochen und 4 Tage??
Obwohl ich normalerweise immer recht früh dran bin mit allen Geschenken, hinke ich dieses Jahr mächtig hinterher - und dass obwohl  mehr Zeit habe als sonst.

Ich mag ja Geschenke, die ich online bestellen kann und die derjenige gut gebrauchen kann.
Falls ihr Outdoorfans beschenken wollt, kommen hier ein paar Ideen worüber man sich als Wanderfreund freuen würde. Die Artikel sind verlinkt, bei den Links handelt es sich um AffiliateLinks zu Amazon oder Bergfreunde.de.
Ich habe es in die Kategorien kleine Geschenke und große Geschenke aufgeteilt, je nachdem was dein Budget ist.


Geschenke bis 50€

1.) leichte Zeltheringe

ausprobiert und empfehlen können wir:
MSR (21€)
und
J Stakes von Big Agnes (meine persönlichen Favoriten, aber leider gibt es die nicht in Deutschland zum nachbestellen)

2.) Sea to Summit Ultra Sil Packsack 10-27€

Von den Packsäcken kann man nie genug haben, ihr Gewicht ist unschlagbar, aber leider sind sie nicht für die Ewigkeit gemacht.

3.) Outdoorhandtuch 14€

Wer von euch kennt diese Outdoorhandtücher, die nur fusseln und mit denen man einfach nicht trocken wird? Nach langer Suche bin ich zu den Packtowl gekommen, die angenehm und wirklich trocknen und super leicht sind.

4.) Therm-a-Rest Z Seat 17€

Wer meine Reisetagebücher gelesen hat, der kennt mich und weiß um meine kleine Obsession mit der Sitzmatte. Was ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde? Diese Matte!

5.) Menstruationstasse ca. 24€

Nur was für Frauen, die ihr gut kennt =)
Ich habe eine solche Silikontasse zum Auffangen der Menstruationsblutung von Intima, die Lilycup, deshalb verlinke ich diese, denn dann weiß ich wovon ich spreche. Es gibt sie in Größe A oder Größe B. Gewichtstechnisch rechnet sich das nur gegen Tampons wenn man seine Regel beim Wandern ganz normal bekommt und sie sich nicht irgendwie wegen der Anstrengung verabschiedet, so wie bei mir jedes Mal.

6.) Buffschal 28€-30€

Der Buff Rundschal muss nicht aus Merinowolle sein, ich persönlich empfinde ihn aber angenehmer. Merinowolle hat tolle Temperatureigenschaften: sie wärmt gut und kühlt aber auch! 
Benutzen kann man den Merinoschal als Schal, als Mütze, als Haarband als Sonnenschutz und als Kopfkissenbezug. Ich würde eine hellere Farbe empfehlen wenn er als Haarband und Sonnenschutz dienen soll.

7.) Wandersocken mit Merinowolle

oder

8.) Leichter Wasserfilter

Wir schwören ja auf den Sawyer Mini (39€). Allerdings nicht als Druckfilter, sondern in einer Konstruktion  mit einem Platypus (27€) als Gravitationsfilter. Funktioniert genauso gut wie das Vorbild GravityWorks (103€), ist leichter und günstiger

9.) Outdoor Fertiggerichte Mountainhouse 20€-50€

Diese Gerichte sind eigentlich sehr lecker, man gönnt sie sich aber fast nie, weil sie einfach als Standardversorgung auf einer Weitwanderung viel zu teuer sind.

Und um bequem aus diesen Tüten essen zu können braucht man:

10.) Einen langen Titangöffel 18€

Die Plastikdinger brechen früher oder später, meist in den blödesten Situationen. Besser finden wir Titangöffel. Die brechen ganz bestimmt nicht, sind leicht und außerdem angenehmer an der Lippen.

11.) Snow Peak Titantasse 44€

Weil mir keine bessere Tasse über den Weg gelaufen ist. Robust, langlebig, dient mir nicht nur zum Trinken sondern auch zum daraus Essen. Große Liebe.


Geschenke ab 50€

12.) Stirnlampe ca. 50€

Eine Stirnlampe ist sehr wichtig. Zum einen um nachts im Zelt etwas zu sehen, aber noch viel wichtiger falls man mal in die Zwangslage kommt in der Dunkelheit zu wandern. Eine Helligkeit von mindestens 300 Lumen ist für zügiges und sicheres Wandern zu empfehlen. Ich verlinke euch hier die Black Diamond Storm, die Henning hat und mit der er sehr zufrieden ist. Sie ist wasserdicht und sie hat ein Rotlicht. Da ich abends gerne Tagebuch schreibe und in meinem Schlafsack lese finde ich ein Rotlicht-Modus sehr wichtig um andere Zelt- oder Hüttenbewohner nicht zu blenden.
Mit meiner Petzl Tikka 2 bin ich ebenfalls sehr zufrieden, sie ist nur schon sehr alt und wird nicht mehr hergestellt.

13.) Ultraleichte Luftmatraze 140€-175€

und
Therm-a-Rest XLite Womens, für mehr Wärmedämmung für Winterwanderungen oder Wanderer wie mich, die nachts schneller frieren. Ohne diese Luftmatratze gehe ich nicht mehr zelten. 
Sie sind robuster als ihr Eindruck vermuten lässt und wenn doch mal ein Loch passiert, lässt sich das mit dem mitgelieferten Repairkit gut und dauerhaft flicken.

14.) GPS Notfallsender 180€

Den einzigen den wir jemals getestet haben was der Spot Gen 3. Wir können nichts negatives berichten, mussten ihn aber auch nie für einen Notfall einsetzen. Die Funktion an Freunde und Angehörige eine vorher verfasste Standard Nachricht (z.B. sind gut an unserem Tagesziel angekommen) per Email zukommen zu lassen hat uns sehr gut gefallen und alle waren beruhigt einmal am Tag ein Lebenszeichen zu erhalten. Auch gut gefällt uns die Tracking Funktion, mit der man hinterher genau sehen kann wo man lang gelaufen ist. Auch das hat den Zuhausegebliebenen gut gefallen.

15.) Mountain Hardwear Ghost Whisperer Daunenjacke 240-288€

Zugegebenermaßen ein teures Stück Ausrüstung, aber jeden Cent wert. Diese super leichte Daunenjacke unbedingt mit Kapuze bestellen. Auch schick für den Alltag, nicht nur für Weitwanderungen. Nach 4 Jahren und 2 langen Treks von insgesamt fast 1 Jahr Dauereinsatz sind unsere immer noch schön, unversehrt, warm und im Einsatz.

16.) Wasserdichte Hülle für das Smartphone

LifeProof Fre: Für ein IPhone 7IPhone 6, IPhone 5. Mein IPhone inkl. Hülle habe ich ja leider 2014 im Wald verloren, war aber sehr zufrieden damit.
Für Samsung gibt es leider keine so guten Bewertungen für die LifeProof Hüllen. Bisher habe ich auch noch keine Hülle gefunden, die mich überzeugt hat. Eine Hülle ist natürlich besser als keine, aber wenn ich alle 2 Monate eine neue Hülle benötige, dann ist das leider kein Produkt, das ich euch empfehlen kann.
Wenn ihr über Otterbox stolpert: die sind nicht wasserdicht!!

Freiwillig obdachlos


Dieser Beitrag ist eine Leseprobe, ein Sneakpeak in eines meiner Buchkapitel und wird als Adventskalenderbeitrag auf www.autoren-adventskalender.de erscheinen. Der Kapiteltext wurde für diesen Zweck etwas abgewandelt, da nicht alle Leser regelmäßige Leser dieses Blogs sind und uns noch nicht kennen.




Deutschland, Dezember 2016

„Jetzt leg dich schon rein!“ drängele ich. Mein Papa schaut mich mit einer Mischung aus mitleidig, amüsiert und widerwillig an. Ich möchte, dass er sich auf den Boden legt. Mitten im Wohnzimmer meiner Eltern, zwischen Fernseher, Weihnachtsbaum und Couchtisch habe ich meine aufgepustete Isomatte ausgelegt und meinen schicken, super leichten und flauschigen Schlafsack darauf platziert. Das Kissen ist ein Packsack, gefüllt mit Ersatzwanderklamotten. Um nicht mit dem Gesicht auf dem Plastik zu liegen ist das Ganze mit einem Buff-Schal ummantelt.

Es ist kurz vor Weihnachten und ich und mein Mann Henning sind mitten in den letzten Vorbereitungen für unsere zweite große Reise. 2014 waren wir ein halbes Jahr zu Fuß in den USA unterwegs, diesmal soll es nach Neuseeland gehen. In wenigen Tagen geht es los und wir sind bei meinen Eltern in der Heimat in das Gästezimmer eingezogen. Unsere Wohnung und unsere Jobs haben wir gekündigt und all unser Besitz in einem Kellerraum eingelagert.

Da wir kaum ein anderes Thema als die bevorstehende Weltreise und unsere große Wanderung haben, geht es auch heute nicht um das bevorstehende Weihnachten, sondern um unsere Ausrüstung.
Irgendjemand hatte den Kommentar gebracht: „Isomatte, das wäre mir viel zu unbequem! Und ihr wollt da ein halbes Jahr drauf schlafen?!“ Da wir unsere Ausrüstung bereits monatelang in der Praxis getestet, ausgetüftelt und verbessert haben, sind wir von ihrer Funktion und Gemütlichkeit überzeugt und begeistert.
Zwar kann ich mich nicht erinnern wer der Zweifler war, aber das muss jetzt die ganze Familie ausbaden.
„Bitte, probier‘ doch mal! Das ist total bequem, das wird dich umhauen!“ 
Endlich erbarmt sich mein armer Papa, ein würdevoller Geschäftsmann Anfang Fünfzig, und legt sich auf den Boden. Was man nicht alles für seine Kinder tut. Selbst wenn diese schon längst erwachsen sind. Manchmal frage ich mich schon für wie verrückt mich meine Verwandtschaft hält.
„Naja, also ich glaube ich würde da Rückenschmerzen bekommen.“, sagt mein Papa. Er war sofort wieder aufgestanden und nicht mal halb so begeistert wie erwartet.
„Nein, man bekommt keine Rückenschmerzen auf dieser Matratze! Die wiegt nur 344 Gramm und ich habe darauf weniger Probleme als in meinem eigenen Bett!“, erwidere ich aufgebracht. Ich kann nicht verstehen wie er etwas anderes als begeistert von meiner zukünftigen Schlafstatt sein kann. Er lächelt nachsichtig. Manchmal habe ich das Gefühl als könne er sich nicht entscheiden ob er stolz auf mich ist oder denkt, dass ich Zeit verschwende.
Jetzt ist der Rest dran. Als sich meine Schwester auf das Schlaflager im Wohnzimmer niederlässt, gesellt sich der Hund dazu. Ihm scheint es zu gefallen. Wir müssen lachen. Wir fragen uns, wie er es schafft auf der relativ schmalen Matratze neben meiner Schwester noch Platz zu finden. Es ist kein großer Hund. Aber es ist auch eine minimalistische Isomatte.

Meine Familie freut sich, dass wir da sind und gleichzeitig verstecken sie auch nicht, dass sie sehr traurig sind, dass wir für so lange Zeit weg sein werden. Neuseeland ist nicht gerade um die Ecke. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wenn man ein Loch von Deutschland aus durch den Erdball bohren würde, man auf der anderen Seite bei Neuseeland rauskommt. Wir fliegen also auf die andere Seite der Welt. 
Aber vorher feiern wir erstmal gemütlich Weihnachten. Alle zusammen. Ganz nah.


5 Gründe warum Fernwandern kein Urlaub ist

Anlass zum heutigen Thema waren folgende Gespräche in der Vergangenheit.

"Hej! Schön, dass ihr anruft. Ich dachte ihr seit in der Wildnis unterwegs!" Tönt die Stimme eines lieben Verwandten per Skype.
"Nein, gerade nicht. Wir machen eine Woche Urlaub vom Trail und ruhen uns aus."
"Was? Hahaha, das ist ja lustig. Urlaub vom Urlaub!"

Ich möchte heute erklären warum Fernwandern KEIN Urlaub ist.
1.) Man steht jeden Morgen früh auf und arbeitet sich wandernd den Weg entlang. Wie im "echten Arbeitsleben hat man also eine Aufgabe und ein Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass eure Arbeit ein Ziel hat =)

2.) Die körperliche Anstrengung strapaziert den Körper anstatt ihn zu entspannen (je nachdem welche Geschwindigkeit man sich zumutet). Man verliert dabei Gewicht. Man verbrennt so viele Kalorien, dass man es kaum schafft die gleiche Menge zu essen. Weiteres Beispiel, ich hoffe es ist nicht TMI (=too much info): Meine Periode setzte vor lauter körperlichem Stress für die Dauer der Wanderung auf dem Appalachian Trail einfach aus.

3.) Die Wildnis erfordert ein gewisses Verhalten. Man kann nicht nach Lust und Laune in einer Hängematte abhängen oder einen Fernseher herbeizaubern. Wetter, Tiere (z.B. Mäuse oder Bären), Terrain, Berge diktieren die Geschwindigkeit und den Tagesrhythmus. Da muss man immer schön flexibel und belastbar bleiben.

4.) Toilette gehen, Duschen, Wäsche waschen, einkaufen, schlafen. ..alles ist aufwendiger als im Alltag. Stell dir vor du müsstest zu jedem Wocheneinkauf in einen dir unbekannten Supermarkt....

5.) Monotonie. Gut um zu meditieren,  nachzudenken,  sich zu erden. Wenn man aber alle Probleme aufgearbeitet hat kann es ganz schön langweilig werden.



Das waren meine Gedanken zum Wochenende. Ich höre nun auf zu prokrastinieren und mich selbst abzulenken und werde weiter an meinem Buch schreiben.

Liebe Grüße Mela

Zum Abschluss kann ich euch noch zwei Artikel empfehlen:
Hier ein interessanter Artikel darüber, warum fernwandern nachhaltiger Umweltschutz ist: https://www.bergreif.de/2017/05/08/fernwandern-nachhaltiger-urlaub/
Und hier für alle Long-Distance-Trail Fans: es gibt einen neuen Wanderweg von Chile nach Feuerland: https://www.bbc.com/news/world-latin-america-45663960