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Pläne für die Ankunft

Nur noch 54 Tage bis das Abenteuer beginnt...
Wer die vorherigen Einträge kennt weiß, dass wir uns mit unvollständiger Ausrüstung ins Vergnügen stürzen. Das fühlt sich zwar etwas seltsam an, aber manches bekommt man hier in Deutschland auch einfach nicht und anderes nur zu einem viel höheren Preis. Um unsere Ausrüstung zu vervollständigen haben wir nun 2 Tage in Atlanta eingeplant, wo es 4 REI's und noch weitere Outdoorläden in der Umgebung gibt. Außerdem werde ich noch bei "Best Buy" vorbeischauen, denn ich werde - ob ihr es glaubt oder nicht - auch ohne Kamera starten!
Bei unserer Suche nach einer Bleibe schockierten uns erst einmal die Preise. Angebote für Hotel, Motel oder Hostel, ob im Reisebüro oder im Internet, sind einfach viel zu teuer (ca. 180€ pro Nacht! Und Euro, nicht Dollar). Am Ende haben wir nun ein Zimmer mitten im Herz der Stadt für 88€ für uns beide für 2 Nächte. Wie wir das gemacht haben? Wir bekamen den Tipp uns doch mal bei Airbnb anzumelden. Wir sind schwer begeistert und haben auch gleich ein nettes Pärchen gefunden, das uns aufnehmen will. Sie werden im Sommer ebenfalls einen Teil des Appalachian Trails wandern und haben auch nichts dagegen unsere Pakete anzunehmen falls wir was bei Amazon oder REI online vorab bestellen wollen.

Für nach den 2 Tagen Shopping und Jetlag-Bekämpfung haben wir ein Privatzimmer im Hiker Hostel gebucht. In unserem Post "Besuch im US Konsulat Frankfurt" haben wir das Hostel schon mal erwähnt. Viele, die ihre Weitwanderung im Süden starten und eine Übernachtung brauchen lassen sich dort nieder, denn dort bieten sie auch einen Shuttle-Service zum Amicalola Falls State Park an.



Da starten wir übrigens unsere Fußreise: Amicalola Falls State Park am 04.04.2014! Von dort laufen wir erst mal 8,8 Meilen (ca. 14,16 km) bis zum Startpunkt des Appalachian Trails: Springer Mountain, denn dort kommt man nur zu Fuß hin.

Appalachian Trail Thru-Hike, warum möchte jemand so weit laufen?!?

TOMUS - Fröhliches Wörterbuch Zahnmedizin
Die 3 von Hitched Hike (Ambassador, Timber und Little Engine), die 2013 den Appalachian Trail liefen, dokumentierten ihren Thru-Hike liebevoll mit Videos auf YouTube, auf ihrer Homepage und Blogg (Seiten wurden verlinkt!). Die Idee die Erfahrungen des Trails zu teilen fand ich schon super toll, aber was mich noch mehr gefreut hat war ihr "Interview". Vor, während und nach dem Thru-Hike beantworteten sie die immer gleichen Fragen: 1.) Wie fühlst du dich gerade, 2.) Wie wird/hat dich der AT beeinflussen/beeinflusst, 3.) Was möchtest du machen wenn du groß bist (Beruf), 4.) Warum wanderst du den AT/ bist du gewandert, 5.)Was ist/war das Schwerste am AT, 6.) Was ist/war das Beste, 7.) Was wirst du/hast du am meisten vermissen/vermisst, 8.) Wie wirst/hast du dich verändern/verändert, 9.) Wie erfüllt ist dein Leben gerade, 10.) Welches ist deine Lieblingsfarbe.

Mir wurde klar, dass ich nicht loslaufen kann ohne mir slebst darüber klar zu sein, wieso ich so weit laufen will - was ist eigentlich meine Motivation, die mich durch schwierige Tage retten muss?
Ich hab mir jetzt ein paar der Fragen rausgepickt, die ich mit auf meine Wanderung nehmen will und für mich beantworten möchte.

1.) Wie fühlst du dich gerade?
Im Moment verspüre ich pure Vorfreude auf Weihnachten und unser Abenteuer danach und bin mit mir und meinem Leben sehr zufrieden. Das liegt sicher auch daran, dass ich gerade meine letzte Prüfung bestanden habe und somit die Uni erfolgreich beendet habe =)

2.) Was denkst du wie dich der AT beeinflussen wird/ wie du dich verändern wirst?
Das weiß ich nicht. Das finde ich aber grad das Spannende. Ich bin sehr gespannt, was der Trail mit mir machen wird. Ich freue mich darauf mich selbst in neuen Situationen (besser) kennenzulernen; und Henning, den ich ja jetzt auch schon seit 7 Jahren kenne.

3.) Warum wanderst du den AT?
Urspünglich, weil ich was Verrücktes tun wollte und weil jede Ablenkung vom anstrengenden Studium willkommen war. Eigentlich ist es eine blöde Idee so weit zu laufen, aber dann dachte ich: wieso nicht? Ich wander also, weil ich es jetzt machen kann - wer weiß ob sich die Gelegenheit jemals wieder ergibt. Außerdem macht mir Wandern Spaß und ich liebe es, in der Natur zu sein.
Wenn ich ganz ehrlich bin hoffe ich mich wieder in eine Richtung zu entwickeln, in der ich mich besser erkennen kann. Ich fühl mich manchmal als hätte ich auf dem Weg etwas verloren - vielleicht finde ich meine Leichtigkeit und unerschütterliches Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen wieder. Ich möchte nachdenken und Ruhe geniessen und Abstand zum hektischen Alltag finden. 
Ich freue mich für eine Weile ganz minimalistisch zu leben und nur Dinge bei mir zu haben, die ich auch wirklich brauche.

4.) Was denkst du wird am Schwersten am AT?
Am Schwersten wird bestimmt das Durchhalten. Wenn man 2 Monate gewandert ist, dann weiß man vermutlich wie sich das so anfühlt den "AT" zu bewandern...und dann hat man noch nicht mal die Hälfte hinter sich. Wenn dann noch Ungeziefer, zu warmes und zu kaltes Wetter, sowie Hunger/Durst und keine Dusche hinzukommen wird es bestimmt manchmal schwer sein sich zu erinnern warum man sich das antut.

5.) Was denkst du wird das Beste?
Die Momente nach der Anstrengung: Essen gehen, warm und satt im Schlafsack liegen, duschen oder auf dem Gipfel stehen. Dass man die einfachen Dinge wertschätzt und sich über sie freuen kann. Eine großartige Erinnerung mit meinem besten Freund erschaffen.

6.) Was wirst du am meisten vermissen?
Serienabende auf dem Sofa, in Hennings Arm gekuschelt mit heißer Schokolade. Sauber und haarlos sein ;)