Abschied von Neuseeland

Er ist da, unser letzter Tag in Neuseeland. Fast auf den Tag genau 6 Monate sind wir gewandert und gereist.
Sehr schön und lehrreich war es. 

Wir sind auf dem Weg zum Flughafen. Neben uns unsere treuen Rucksäcke, fertig gepackt zum Check-in. Busfahren in Auckland ist sehr entspannt, wenn man das System der App einmal durchschaut hat.

Es fühlt sich gut an, weiter zu ziehen. So schön Neuseeland auch ist, für immer hier Leben können wir uns nicht vorstellen. Es fühlt sich klein an, denn es gibt keine Nachbarländer in die man kurz mal reisen könnte.
Wir waren in den letzten Tagen noch im Auckland Zoo und haben den letzten Haken auf unserer Must-See-Liste gemacht und einen lebenden Kiwi gesehen. Auch sonst war der Zoo sehr schön.

Neuseeland...
Am besten hat uns die unglaubliche Naturschönheit, die Fantails und der neuseeländische Kaffee gefallen.
Wir kommen bestimmt mal wieder. Doch für diesmal sagen wir: "cheers New Zealand, see you later."







Trailstatistik Te Araroa 2017

Nachdem unsere monatelange Wanderung auf dem Te Araroa in Neuseeland nun beendet ist, wollen wir euch hier unsere Statistiken geben. Wir hoffen, dass ihr es informativ und hilfreich findet und euch beim Planen einer Wanderung einen Anhaltspunkt gibt.

Die ganze Wanderung hat 143 Tage gedauert. Das sind etwa fünf Monate, die wir gebraucht haben um von Bluff nach Cape Reinga zu kommen. Unser Ausflug auf Stewart Island wurde nicht mitgezählt, genauso wenig wie unsere Zeit um Nelson und den Abel Tasman/Inland Track. Ebenfalls unberücksichtigt ist unsere Woche Pause In Wellington.

TAGE Südinsel Nordinsel Gesamt
Zerotage 13 13 26
Tage gelaufen 64 53 117
davon Nerotage (<9km) 6 1 7
Gesamt 77 66 143

Zerotage sind Tage, an denen wir nicht auf dem Trail gewandert sind und Pause gemacht haben, bzw. einkaufen waren, Wäsche waschen und solche Dinge.
Nerotage sind sehr kurze Tage, die fast Zerotage sind, aber eben nicht ganz.

Übernachtungen

Wir trugen immer ein Zelt bei uns im Rucksack, doch es kam (wie erwartet) nicht so häufig zum
Einsatz. Was uns erstaunt hat ist, dass es für die Süd- und die Nordinsel relativ gleich viele Nächte waren. Wir hatten erwartet, dass die Nächte im Zelt auf der Nordinsel mehr sein würden als auf der Südinsel. Das Wetter war insgesamt kühler (auf beiden Inseln) als erwartet, was dazu führte, dass wir öfter eine geschlossene Räumlichkeit für Nachts wollten.

Von den 77 Tagen auf der Südinsel und den 66 auf der Nordinsel verbrachten wir die Nächte folgendermaßen:

ÜBERNACHTUNGEN Südinsel Nordinsel Gesamt
Nächte im Zelt (kostenlos) 11 11 22
Nächte unter freiem Himmel 2 0 2
Nächte in Hütten 32 10 42
Nächte auf Campingplatz (Geld) 9 7 16
Nächte Hotel/Hostel/Birchwood/Airbnb 19 28 47
Nächte free bed (Trail Angel) 3 8 11
Backhaus (Besonderes) 1 0 1

Geld

Wir haben eine Kalkulation der benötigten Finanzen mit unserem Rechner (den wir euch HIER vorgestellt hatten) vor der Reise gemacht. Wir haben sehr konservativ gerechnet und die Summe kam (leider) ziemlich genau hin. Vergesst nicht, dass die Angaben für 2 Personen sind.

Ausgaben Südinsel Nordinsel Gesamt
Essen  $3.599   $3.404   $7.003 
Unterkunft  $1.876   $2.044   $3.920 
Post  $203   $63   $266 
Bus und Fähre  $545   $476   $1.021 
Ausrüstung  $800   $390   $1.190 
Telefon und Internet  $237   $158   $395 
Gesamt NZ$  $7.260   $6.535   $13.795 
Gesamt €  4.658 €   4.193 €   8.814 € 

Wir haben 49$ pro Tag für Essen ausgegeben, gerechnet hatten wir mit 50$ (für 2 Personen).
Eine "Unterkunft" hat uns durchschnittlich 27,40$ pro Tag gekostet. Wir konnten einiges Geld sparen indem wir auf Airbnb Unterkünfte nutzen wo möglich anstatt Doppelzimmer in Hostels zu buchen. Wenn du noch nicht bei Airbnb registriert bist kannst du durch uns ein Starguthaben von 35€ erhalten: klick hier)

1,90$ pro Tag für die Post ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass wir damit Postkarten nach Deutschland geschickt haben und unsere Ersatzsachen bei der Post zwischen gelagert haben. Ein Storage Raum kostet mehr Geld!

Die Transportkosten für den Te Araroa sind mit 7$ pro Tag recht hoch. Das liegt am Trail selber, denn es gibt mehrere Stellen wo man mit einer Fähre oder einem Boot übersetzen muss. Auch die Fahrt auf dem Whanganui River ist ein offizieller Teil des Weges und nicht sehr günstig.

Neben der normalen Ersatzausrüstung und Gaskartuschen, haben wir Geld für Gamaschen und ein Solar-Paneel ausgegeben. Uns ist (außer Schuhen) nichts Großes kaputt gegangen was wir ersetzen mussten (z.B. Rucksack, Kocher, Zelt): 8,30$ pro Tag für Ausrüstung während dem Trail

Wir hatten eine neuseeländische SIM Karte und Telefonnummer von Spark. Die 2,80$ pro Tag waren gut investiert und wir waren sehr froh ein funktionierendes Telefon  und Internet zu haben.

Roadtrip Nordinsel Neuseeland

Für eine Woche haben wir uns ein Auto in Auckland geliehen und sind damit herum gefahren. Wir hatten keinen großartigen Plan und fuhren erstmal der Nase nach. Das endete natürlich in einer ganz schönen zig-zag Rumgurkerei. Aber so wollten wir das ja auch. Ohne Plan durch Neuseeland, hat etwas gewöhnungsbedürftiges, aber hat was.

Unser erster Stop war Matamata, die kleine Stadt von der Touren zum Hobbiton Filmset starten. Wir schauten uns die I-Site an, die wie eine Hobbithöhle aussieht und für sich schon eine Sehenswürdigkeit ist. Hobbiton selber lassen wir aus. Für das was man zu sehen bekommt ist uns der Eintritt von 79$ pro Person (ca. 52€) einfach zu teuer. So interessant finden wir verlassene Filmsets dann auch nicht. Außerdem haben wir ja auch schon einige Originaldrehorte auf unserer Wanderung gesehen.

Wir fuhren Nach Taupo, schauten uns den See an. Das Wetter war mies und bewölkt deshalb sah man nicht viel vom See, geschweige denn Tongariro, was schade war. Auch die Thermalquellen konnten wir nicht sehen, da dort gerade Baustelle ist. Nun ja. Dafür waren die Huka Falls beeindruckend.
Ein Ausflug zum Aratiatia Damm wäre zur richtigen Zeit sicher auch beeindruckend, nämlich dann wenn die Schleusen geöffnet werden (3 mal am Tag). So war es etwas langweilig.

Nächstes Ziel war Rotorua. Das war wirklich eine tolle Sehenswürdigkeit und wir sind froh, dass wir hier noch her gefahren sind. Überall dampft und raucht es aus dem Boden, vor allem bei diesem kalten Winterwetter! Allerdings ist Roturua nichts für empfindliche Nasen. Der Dampf verströmt teilweise einen sehr starken Schwefelgeruch in der Stadt.

Im Kiwi Kai konnten wir unser erstes und einziges Hangi essen. Hangi ist eine traditionelle Kochweise der Maori. Dabei wird Gemüse und Fleisch im Boden gegart. Aus hygienischen Gründen darf man Hangi wohl nicht einfach so verkaufen. Das (im Ofen) gegarte Gemüse mit frittiertem Brot, das wir hier bekamen war aber auf jeden Fall sehr lecker und mal zur Abwechslung was gesundes.

Der Kuirau Park in Rotorua war sehr spannend und kostenlos! Hier konnten wir kochende Seen und dampfende Steine bewundern. Ein Boardwalk führt sogar direkt über einen heißen See, man kann also durch den Dampf hindurch laufen. Da es super kalt war blieben wir dort eine Weile stehen und ließen uns aufwärmen. Leider fing es dann schon wieder an zu regnen.

Sulfur Bay war dagegen nicht so spannend. Auch der Rotorua See an sich war im Vergleich zu anderen Seen Neuseelands eher gewöhnlich. Gerne hätten wir den Te Puia Geisir oder den Rainbow Springs Nature Park besucht, aber ganz sicher nicht zu diesen Preisen (zwischen 50€ und 70€)!

Dafür war Spazieren gehen im Redwood Forest sehr schön. Dort gibt es wirklich viele Wanderwege. Sie sind flach und perfekt zum Joggen.

Uns zog es wieder ans Meer. Weiter ging es deshalb mit dem Te Puna Quarry Park in der Nähe von Tauranga und Stunden auf Parkplätzen am Meer, zum Beispiel in Bowentown.

Die Coromandel Halbinsel war so schön wie versprochen mit kleinen, gewundenen Straßen und schöner Küste. Wie besuchten Den Hot Water Beach und die Cathedral Coves. Für den Hot Water Beach hatten wir uns fest vorgenommen uns auch einen Pool zu bauen uns zu baden. Der Hot Water Beach ist eine heiße Quelle an einem schönen Strand mit weißem Sand. An der Stelle wo das heiße Wasser ins Meer fließt gräbt man sich traditionellerweise mit einer Schaufel eine Kuhle in den Sand, die sich dann mit heißem Wasser füllt wie eine Badewanne. Trotz winterlichen Verhältnissen war es nicht leer dort und die besten Stellen waren schon besetzt. Als wir sahen wie viel Arbeit es war die Kuhle am Leben zu erhalten - die jungen Leute waren unablässig am Graben um den nachströmenden Sand los zu werden - hatten wir doch keine Lust nass zu werden. Es war kalt und regnerisch, aber das macht ja nichts wenn man im warmen Wasser liegen kann. Wir begnügten uns mit einem Fußbad. Es war wirklich sehr heiß und an einer Stelle blubberte sogar der Sand als würde es darunter kochen.

Wir fuhren durch Paeroa, der Stadt aus der die bekannte Limonade L&P herkommt. L&P steht für Lemon & Paeroa. Wir haben viel L&P während unserer Wanderung getrunken.

Am letzten Tag ging es zurück auf den Te Araroa Trail, nämlich nach Clevedon und zu den Hunua Falls. Diesen Teil des Trail hatten wir ausgelassen weil die Hunua Ranges gesperrt sind (Erdrutsche haben den Weg zerstört).

Wir hielten uns in einigen Büchereien auf und als diese am Wochenende geschlossen waren wurde sogar eine BP Tankstelle mit WIFI und Café zu unserem Arbeits- und Wohnzimmer.

Die meisten Nächte verbrachten wir im Zelt auf freien Campingstellen. Zwei Nächte blieben wir auf dem Holiday Park in Te Aroha, wo wir für 1$ und etwas Laub Zusammenrechen unser Zelt aufstellen konnten. Ebenfalls zwei Nächte verbrachten wir im Hostel. Das Wetter war wirklich kalt. Zwischen 0 und 15 Grad. Die ersten Tage regnete es viel, die letzten beiden Tage hatten wir nur Sonne.