Tag 4: Lance Creek nach Neel Gap

Es schüttete wie aus Kübeln die ganze Nacht. Dem wasserfallähnlichem Regen war unser Zelt nur teilweise gewachsen. Kleine Tropfen fanden ihren Weg und zusammen mit herabfallendem Kondenswasser, das durch den starken Aufprall herabgeschüttelt wurde, wurde es im Zelt feucht, kalt und ungemütlich.

Hennings Daunenjacke ist recht nass geworden und unsere Schlafsäcke klamm und etwas feucht.

Der Aufbruch im Regen war ziemlich ungemütlich und nachdem wir alles hastig zusammengepackt hatten sind wir zügig und ohne Frühstück los. 

Neel-Gap ist das Tagesziel und nur knapp 7 Meilen entfernt (11,9 km). 
Wir durchquerten das Bärengebiet nass und kalt und ohne einem Bären zu begegnen. Der Trail war zum Teil überflutet und hatte sich in eine Art Flussbett verwandelt.


Nachdem so gut wie all unsere Wäsche dreckig und nass ist, verbringen wir eine Nacht im Trockenen. 

Ein Glück waren bei unserer Ankunft noch Schlafplätze frei (nicht zuletzt wohl unserem erhöhten Tempo zu verdanken). Spätere Ankömmlinge hatten nicht so viel Glück. So Teilen wir uns jetzt mit Karin und Alex (die beiden Österreicher) eine der wunderbaren Blood-Mountain-Cabins und sitzen nach drei großen Pizzen glücklich und zufrieden vor dem Kamin.



Tag 3: Horse Gap nach Lance Creek

Das war eine sehr gute Nacht! Wir blieben warm und kein Wind oder Regen störte den Schlaf.

Für heute hatten wir uns viel vorgenommen. Die 13,8 Meilen (22,2 km) bis nach Lance Creek schafften uns und unsere Füße tun heut sehr weh.

Das war vielleicht etwas viel für den 3. Tag, aber wir wollen morgen ein Gebiet durchwandern, in dem man wegen Bärenaktivität nicht übernachten darf und es ist 11 Meilen lang.


Es gibt Kartoffelpüree mit Wurststückchen und Röstzwiebeln drin zum Abendessen. Bis jetzt das beste was wir auf dem Trail hatten.


Eine gute Tat konnten wir auch noch vollbringen, indem wir unsere überflüssige Alupfanne sammt Griff an Blackdog verschenkt haben. Ihr wurde in der Nacht die Bear-Bag gestohlen (wahrscheinlich von Tagestouristen) und so konnte sie sich wenigstens ihre Nudelsuppe am Abend kochen.

Für den Tag war Regen vorher gesagt worden, doch es regnete erst als wir komplett mit allem fertig waren: wandern, Zelt aufbauen, Waschen, Kochen, Bear-Bag aufhängen etc. (aber dafür so richtig...).

"Hiker midnight is when it starts to rain", deshalb gehen wir heut um 8 Uhr zu Bett.

Tag 2: Springer Mountain Shelter bis Horse Gab

Die Nacht war eiskalt und der Schlaf deshalb nicht so gut. Ein österreichisches Paar, das uns seit dem Hiker Hostel begleitet, hat ein Termometer. Beim Aufstehen um kurz vor 8 zeigte es 4 Grad Celsius.

Eingefroren wie wir waren, dauerte es ewig bis wir frühstücken konnten und unser Zelt zusammen gepackt hatten. Der Regen hielt die halbe Nacht an und es war alles sehr nass.

Um 10 Uhr starteten wir.
Zum Mittag trafen wir auf unseren ersten Trail Magic und es gab Hamburger, kalte Cola, Obst, Brownies und vieles mehr.


Insgesamt liefen wir heute 10,3 Meilen (16,5km).

Die Campside zu der wir kamen war wenig einladend und hatte kein Wasser. Wir folgten, Dank Henning, einem Schild um Wasser zu finden und fanden einen schöneren Platz.
Das Mädchen, dass uns begleitete, musste nochmal zurück zum Trail weil sie ihre Zeltplane verloren hatte und kehrte mit einer ganzen Ladung Leuten, die wir kennen gelernt hatten zurück. Wir hatten schon Angst allein zu bleiben - soweit weg vom Trail - aber so wurde es ein sehr schöner Abend am Feuer mit vielen Anderen.



Ein paar der Jungs sind (wie schon erwähnt) Missionare und werden von einem Van begleitet, der ihnen Zeug und Essen hinterher fährt. Wir profitieren auch davon, weil ihre Mission ist es zu Helfen. 

Wir werden mit Essen beschenkt, dass wir gar nicht dazu kommen unser eigenes zu essen, umd sie nehmen uns unseren Müll ab. Heute Nacht parkt der Van hier und wir durfen unser Essen bei ihnen einschließen. Der Fahrer heißt Jeff. Er gab uns seine Handynummer und meinte falls wir etwas brauchen sollen wir ihn anrufen.

Heute Nacht ziehen wir uns mehr an, hoffentlich hilft das. Eine kalte Nase wird aber wohl nicht zu vermeiden sein.