Tag 101: 4WD Tracks und Highways sind nicht zum Laufen gedacht

Wir schliefen fast 11 Stunden durch und versuchten einen frühen Start. Wir kamen erst um viertel vor 8 los.

Das Wetter hatte Sonnenschein für den Vormittag angekündigt und später Regen. Leider fing es direkt nach dem Zeltabbau an zu nieseln.

Es war kalt und bewölkt. Drei- oder viermal mussten wir durch einen Bach oder Fluss waten. Alle waren unangenehm und eiskalt.

Wir wurden auf den - nicht enden wollenden - 27 Kilometern bis Owhango nass. Der Weg wurde etwas besser und wir kamen sehr gut voran.

Schon länger macht mir der Schuh am rechten Fuß eine Druckstelle, die ich fleißig ignoriere. Normalerweise tut es nur beim Laufen nerven und gibt dann Ruhe. Nach den letzten beiden langen Tagen ist es irgendwie schlimmer geworden und verschwindet nicht mehr über Nacht.

Bereits um 14 Uhr waren wir am Ziel und konnten uns im Café 39 South aufwärmen. Heißes Essen und Getränke kamen uns wie ein Geschenk vor. Wann war mir das letzte Mal richtig warm gewesen?

Beim anschließenden Trampen nach Taumarunui hatten wir Glück und mussten nicht lange warten. Dankbar, dass wir den Highway nicht laufen müssen (wie gestern) saßen wir im beheizten Auto, das uns fast zu warm wurde. Die Anzeige für die Außentemperatur zeigte 12°C.

Der Holiday Park von Taumarunui liegt 4 Kilometer außerhalb und war uns zu weit weg. Ich habe vergessen davon zu schreiben, aber gestern haben wir einen Southbounder getroffen. Die Südinsel hat er schon  gemacht und ist nun auf dem Weg zum Südende der Nordinsel: Wellington. Auf jeden Fall hat er uns von Kelly's Motel direkt neben dem Supermarkt erzählt und empfohlen.

Wir waren etwas schockiert als wir vor Ort nach dem Preis fragten. 140$ pro Nacht  wollte man von uns, was natürlich viel zu teuer war. Der Besitzer wollte aber unbedingt Gäste und Henning unbedingt eine gute Unterkunft und so feilschte er bis er 2 Nächte für 180$ verhandelt hatte.

Jetzt haben wir also eine Hammer Unterkunft mit Fernseher, eigenem Bad und Küche. Sogar die Waschmaschine ist inklusive.

Mein rechter Fuß schmerzt nun im Ruhezustand bei Aufwärtsbewegung richtig und "knirscht" beim Bewegen des großen Zehs. Ich glaube ich habe eine Sehnenscheidenentzündung im Fuß.

Tag 100: Feuer und Eis - Tongariro Alpine Crossing

Die Nacht war eisig, aber in unseren Schlafsäcken ist uns warm. Unsere Hütten-Mitbewohner stehen zum Glück früh auf und schmeißen den Ofen an. Wir kommen erst hervorgekrochen als es langsam wärmer wird.

Wir starten das Crossing um 7:30 Uhr. Leider etwas zu spät um den Tagestouristen zuvorzukommen. In Massen wälzen sie sich den Berg hinauf.

Das Tongariro Alpine Crossing ist ein 17 Kilometer langer Wanderweg, der über die aktiven Vulkane Mt Ngauruhoe, Red Crater und Mt Tongariro führt.

Von gestrigen Wetter ist Schnee liegen geblieben. Und so sind wir froh, dass doch schon ein paar andere vor uns den knöcheltiefen bis knietiefen Schnee platt getreten haben.

Wir haben eine perfekte Kulisse für unseren 100. Wandertag.

Der Abschluss dieses schönen Tages ist leider nicht so gelungen.
Als wir um 1 Uhr am Parkplatz ankommen sind dort nur verlassene Autos, die Tagestouristen werden wohl erst in 2,3 Stunde vom Berg kommen.
Wir laufen zur Straße, ein State Highway. Es herrscht kaum Verkehr und niemand mag uns mitnehmen. So müssen wir die 8 Kilometer Straße laufen.

Der Te Purere Redoubt Weg ist noch ganz nett, doch als es auf den Waione Cokers Track geht...So ein Mistweg! Weite Teile sind überschwemmt und eigentlich handelt es sich nicht um einen Wanderweg sondern um einen 4WD (Allrad) Track durch den Dschungel/Busch. Die Schneise, die die Fahrzeuge in die Natur geschlagen haben, ist weder schön anzuschauen noch gut zu laufen, weil sehr uneben und matschig.

Wir finden erst nach 12 langen Kilometern einen Platz wo wir zelten können. Wir schaffen es vor Einbruch der Dunkelheit gerade noch so mit dem Essen etc. fertig zu werden.  

Tag 99: Mangatepopo Hut

Die Great Walk Season ist vorbei. In der I-Site von Whakapapa lassen wir uns nochmal bestätigen, dass ab heute (1.Mai) unsere Hut Pässe ausreichen! 70$ gespart; da hat das scheußliche Wetter doch noch seine gute Seite gehabt.

Der Weg zur Mangatepopo Hut ist nicht lang und wird von Wind und Sonnenschein begleitet. Es regnet nicht, sondern schneit ab und zu, denn es ist eiskalt geworden. Wir wandern in Regenjacke, mit Mütze und Handschuhen. Dicke Wolken türmen sich um die Vulkane/Berge. Die Aussicht ist dramatisch schön.

Nach 2 Stunden 15 Minuten waren wir da. Gerade als wir ankommen fährt ein kleines Geländeauto mit Ausrüstung weg. Der Warden ist ebenfalls seinen letzten Tag hier. Heute wurde hier für den Winter alles abgebaut und verlassen.
Zum Glück bleibt die Gasheizung in Betrieb und wir heizen was das Zeug hält.
Trotz 2 Thermohosen, 2 Fleece, Daunenjacke, Mütze und Handschuhen sowie Wollsocken dauert es ewig bis uns wirklich warm wird.

Die Hütte wird bis zum Abend voll.

Draußen tobt der Wind und Schneeflocken wirbeln durch die Luft. Es bleibt nichts liegen, aber das Wasser auf dem Wassertankdeckel friert.