Mein Buch ist veröffentlicht!


Mein Buch ist fertig! ...so richtig fertig mit allem drum und dran.

I proudly present you: das Buchcover!
Es ist so schön geworden und ich freue mich sehr über das Ergebnis.

Die Veröffentlichung ist heute, am 16.12.2020, über die Bühne gegangen. Ab jetzt ist das Buch gelistet und bestellbar im Buchhandel (Thalia, Hugendubel, Osiander etc...) oder online (Amazon, BoD Buchshop www.bod.de/buchshop...) als Paperback (19,99€, ISBN: 9783752662542) oder Ebook (12,99€, ISBN: 9783752682816).

Ob das Buch noch vor Weihnachten zu haben ist, weiß ich leider nicht - die Lieferzeiten sind im Moment länger als gewöhnlich.

Ich wünsche jedem der es liest ganz viel Freude damit und eine erholsame Pause vom Zuhause Lockdown aussitzen.




Auch erhältlich für Amazon Kindle, im Kobo Store und vielen weiteren Anbietern.

Mein Buch ist fast fertig!


Am 1. September 2018 habe ich euch das erste Mal wissen lassen, dass ich an einem Buch schreibe und dass es schwieriger ist als gedacht. 

Es sind inzwischen 2 Jahre vergangen, in denen ich mal mehr, mal weniger daran gearbeitet habe. Unzählige Male wurde es überarbeitet, von Testlesern in der Luft zerrissen und schließlich diesen Sommer ins Lektorat geschickt. Morgen kommt der letzte Block Text zu mir zum Überarbeiteten zurück. 

Dann ist das Buch immer noch nicht ganz fertig, es fehlt noch das Korrektorat und dann der Buchblock. 
Das Buchcover ist angeschoben, aber nicht fertig. 
Ihr seht - alles andere als "ich schreibe ein Buch wenn ich mal Zeit habe." Trotzdem ist die Veröffentlichung in Sicht und ich freue mich riesig bald mehr zeigen zu können! 

Im Moment beschäftige ich mich mit dem Thema Buchmarketing und wenn ich ganz ehrlich bin, dann sagen mir die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht so richtig zu. Ich bin nur nebenberuflich Autorin und sehe mich nicht plötzlich auf Twitter die Werbetrommel für mein Buch rühren. Aber irgendwie muss ich darauf aufmerksam machen, denn ich bin mir sicher, dass es einen Mehrwert für alle Leser dieses Blogs bietet. 

Wenn du gerne informiert werden willst sobald es verfügbar ist, dann trage dich gerne in den Newsletter ein.

Geschenkideen für Wander, Thru-Hiker, Weitwanderer und Outdoorfans



Bald ist wieder WEIHNACHTEN! Was? nur noch gute 5 Wochen und 4 Tage??
Obwohl ich normalerweise immer recht früh dran bin mit allen Geschenken, hinke ich dieses Jahr mächtig hinterher - und dass obwohl  mehr Zeit habe als sonst.

Ich mag ja Geschenke, die ich online bestellen kann und die derjenige gut gebrauchen kann.
Falls ihr Outdoorfans beschenken wollt, kommen hier ein paar Ideen worüber man sich als Wanderfreund freuen würde. Die Artikel sind verlinkt, bei den Links handelt es sich um AffiliateLinks zu Amazon oder Bergfreunde.de.
Ich habe es in die Kategorien kleine Geschenke und große Geschenke aufgeteilt, je nachdem was dein Budget ist.


Geschenke bis 50€

1.) leichte Zeltheringe

ausprobiert und empfehlen können wir:
MSR (23€)
und
J Stakes von Big Agnes (meine persönlichen Favoriten, aber leider gibt es die nicht in Deutschland zum nachbestellen - NACHTRAG OKTOBER 2020: gibt es jetzt!)

2.) Sea to Summit Ultra Sil Packsack 10-27€

Von den Packsäcken kann man nie genug haben, ihr Gewicht ist unschlagbar, aber leider sind sie nicht für die Ewigkeit gemacht.

3.) Outdoorhandtuch ca. 20€

Wer von euch kennt diese Outdoorhandtücher, die nur fusseln und mit denen man einfach nicht trocken wird? Nach langer Suche bin ich zu den Packtowl gekommen, die angenehm und wirklich trocknen und super leicht sind.

4.) Therm-a-Rest Z Seat 17€

Wer meine Reisetagebücher gelesen hat, der kennt mich und weiß um meine kleine Obsession mit der Sitzmatte. Was ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde? Diese Matte!

5.) Menstruationstasse ca. 24€

Nur was für Frauen, die ihr gut kennt =)
Ich habe eine solche Silikontasse zum Auffangen der Menstruationsblutung von Intima, die Lilycup, deshalb verlinke ich diese, denn dann weiß ich wovon ich spreche. Es gibt sie in Größe A oder Größe B. Gewichtstechnisch rechnet sich das nur gegen Tampons wenn man seine Regel beim Wandern ganz normal bekommt und sie sich nicht irgendwie wegen der Anstrengung verabschiedet, so wie bei mir jedes Mal.

6.) Buffschal 28€-30€

Der Buff Rundschal muss nicht aus Merinowolle sein, ich persönlich empfinde ihn aber angenehmer. Merinowolle hat tolle Temperatureigenschaften: sie wärmt gut und kühlt aber auch! 
Benutzen kann man den Merinoschal als Schal, als Mütze, als Haarband als Sonnenschutz und als Kopfkissenbezug. Ich würde eine hellere Farbe empfehlen wenn er als Haarband und Sonnenschutz dienen soll.

7.) Wandersocken mit Merinowolle

oder

8.) Leichter Wasserfilter

Wir schwören ja auf den Sawyer Mini (40€). Allerdings nicht als Druckfilter, sondern in einer Konstruktion  mit einem Platypus (27€-30€) als Gravitationsfilter. Funktioniert genauso gut wie das Vorbild GravityWorks (80€), ist leichter und günstiger

9.) Outdoor Fertiggerichte, z.B. Real Turmat 20€-50€

Diese Gerichte sind eigentlich sehr lecker, man gönnt sie sich aber fast nie, weil sie einfach als Standardversorgung auf einer Weitwanderung viel zu teuer sind.

Und um bequem aus diesen Tüten essen zu können braucht man:

10.) Einen langen Titangöffel 21€

Die Plastikdinger brechen früher oder später, meist in den blödesten Situationen. Besser finden wir Titangöffel. Die brechen ganz bestimmt nicht, sind leicht und außerdem angenehmer an der Lippen.


Geschenke ab 50€

11.) Snow Peak Titantasse 67€

Weil mir keine bessere Tasse über den Weg gelaufen ist. Robust, langlebig, dient mir nicht nur zum Trinken sondern auch zum daraus Essen. Große Liebe.

12.) Stirnlampe ca. 50€

Eine Stirnlampe ist sehr wichtig. Zum einen um nachts im Zelt etwas zu sehen, aber noch viel wichtiger falls man mal in die Zwangslage kommt in der Dunkelheit zu wandern. Eine Helligkeit von mindestens 300 Lumen ist für zügiges und sicheres Wandern zu empfehlen. Ich verlinke euch hier die Black Diamond Storm, die Henning hat und mit der er sehr zufrieden ist. Sie ist wasserdicht und sie hat ein Rotlicht. Da ich abends gerne Tagebuch schreibe und in meinem Schlafsack lese finde ich ein Rotlicht-Modus sehr wichtig um andere Zelt- oder Hüttenbewohner nicht zu blenden.
Mit meiner Petzl Tikka 2 bin ich ebenfalls sehr zufrieden, sie ist nur schon sehr alt und wird nicht mehr hergestellt.

13.) Ultraleichte Luftmatraze 132€-161€

und
Therm-a-Rest XLite Womens, für mehr Wärmedämmung für Winterwanderungen oder Wanderer wie mich, die nachts schneller frieren. Ohne diese Luftmatratze gehe ich nicht mehr zelten. 
Sie sind robuster als ihr Eindruck vermuten lässt und wenn doch mal ein Loch passiert, lässt sich das mit dem mitgelieferten Repairkit gut und dauerhaft flicken.

14.) GPS Notfallsender 150€

Den einzigen den wir jemals getestet haben was der Spot Gen 3. Wir können nichts negatives berichten, mussten ihn aber auch nie für einen Notfall einsetzen. Die Funktion an Freunde und Angehörige eine vorher verfasste Standard Nachricht (z.B. sind gut an unserem Tagesziel angekommen) per Email zukommen zu lassen hat uns sehr gut gefallen und alle waren beruhigt einmal am Tag ein Lebenszeichen zu erhalten. Auch gut gefällt uns die Tracking Funktion, mit der man hinterher genau sehen kann wo man lang gelaufen ist. Auch das hat den Zuhausegebliebenen gut gefallen.

15.) Mountain Hardwear Ghost Whisperer Daunenjacke 317€

Zugegebenermaßen ein teures Stück Ausrüstung, aber jeden Cent wert. Diese super leichte Daunenjacke unbedingt mit Kapuze bestellen. Auch schick für den Alltag, nicht nur für Weitwanderungen. Nach 4 Jahren und 2 langen Treks von insgesamt fast 1 Jahr Dauereinsatz sind unsere immer noch schön, unversehrt, warm und im Einsatz.

16.) Wasserdichte Hülle für das Smartphone

LifeProof Fre: Für ein IPhone 7IPhone 6, IPhone 5. Mein IPhone inkl. Hülle habe ich ja leider 2014 im Wald verloren, war aber sehr zufrieden damit.
Für Samsung gibt es leider keine so guten Bewertungen für die LifeProof Hüllen. Bisher habe ich auch noch keine Hülle gefunden, die mich überzeugt hat. Eine Hülle ist natürlich besser als keine, aber wenn ich alle 2 Monate eine neue Hülle benötige, dann ist das leider kein Produkt, das ich euch empfehlen kann.
Wenn ihr über Otterbox stolpert: die sind nicht wasserdicht!!

Freiwillig obdachlos


Dieser Beitrag ist eine Leseprobe, ein Sneakpeak in eines meiner Buchkapitel und wird als Adventskalenderbeitrag auf www.autoren-adventskalender.de erscheinen. Der Kapiteltext wurde für diesen Zweck etwas abgewandelt, da nicht alle Leser regelmäßige Leser dieses Blogs sind und uns noch nicht kennen.




Deutschland, Dezember 2016

„Jetzt leg dich schon rein!“ drängele ich. Mein Papa schaut mich mit einer Mischung aus mitleidig, amüsiert und widerwillig an. Ich möchte, dass er sich auf den Boden legt. Mitten im Wohnzimmer meiner Eltern, zwischen Fernseher, Weihnachtsbaum und Couchtisch habe ich meine aufgepustete Isomatte ausgelegt und meinen schicken, super leichten und flauschigen Schlafsack darauf platziert. Das Kissen ist ein Packsack, gefüllt mit Ersatzwanderklamotten. Um nicht mit dem Gesicht auf dem Plastik zu liegen ist das Ganze mit einem Buff-Schal ummantelt.

Es ist kurz vor Weihnachten und ich und mein Mann Henning sind mitten in den letzten Vorbereitungen für unsere zweite große Reise. 2014 waren wir ein halbes Jahr zu Fuß in den USA unterwegs, diesmal soll es nach Neuseeland gehen. In wenigen Tagen geht es los und wir sind bei meinen Eltern in der Heimat in das Gästezimmer eingezogen. Unsere Wohnung und unsere Jobs haben wir gekündigt und all unser Besitz in einem Kellerraum eingelagert.

Da wir kaum ein anderes Thema als die bevorstehende Weltreise und unsere große Wanderung haben, geht es auch heute nicht um das bevorstehende Weihnachten, sondern um unsere Ausrüstung.
Irgendjemand hatte den Kommentar gebracht: „Isomatte, das wäre mir viel zu unbequem! Und ihr wollt da ein halbes Jahr drauf schlafen?!“ Da wir unsere Ausrüstung bereits monatelang in der Praxis getestet, ausgetüftelt und verbessert haben, sind wir von ihrer Funktion und Gemütlichkeit überzeugt und begeistert.
Zwar kann ich mich nicht erinnern wer der Zweifler war, aber das muss jetzt die ganze Familie ausbaden.
„Bitte, probier‘ doch mal! Das ist total bequem, das wird dich umhauen!“ 
Endlich erbarmt sich mein armer Papa, ein würdevoller Geschäftsmann Anfang Fünfzig, und legt sich auf den Boden. Was man nicht alles für seine Kinder tut. Selbst wenn diese schon längst erwachsen sind. Manchmal frage ich mich schon für wie verrückt mich meine Verwandtschaft hält.
„Naja, also ich glaube ich würde da Rückenschmerzen bekommen.“, sagt mein Papa. Er war sofort wieder aufgestanden und nicht mal halb so begeistert wie erwartet.
„Nein, man bekommt keine Rückenschmerzen auf dieser Matratze! Die wiegt nur 344 Gramm und ich habe darauf weniger Probleme als in meinem eigenen Bett!“, erwidere ich aufgebracht. Ich kann nicht verstehen wie er etwas anderes als begeistert von meiner zukünftigen Schlafstatt sein kann. Er lächelt nachsichtig. Manchmal habe ich das Gefühl als könne er sich nicht entscheiden ob er stolz auf mich ist oder denkt, dass ich Zeit verschwende.
Jetzt ist der Rest dran. Als sich meine Schwester auf das Schlaflager im Wohnzimmer niederlässt, gesellt sich der Hund dazu. Ihm scheint es zu gefallen. Wir müssen lachen. Wir fragen uns, wie er es schafft auf der relativ schmalen Matratze neben meiner Schwester noch Platz zu finden. Es ist kein großer Hund. Aber es ist auch eine minimalistische Isomatte.

Meine Familie freut sich, dass wir da sind und gleichzeitig verstecken sie auch nicht, dass sie sehr traurig sind, dass wir für so lange Zeit weg sein werden. Neuseeland ist nicht gerade um die Ecke. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wenn man ein Loch von Deutschland aus durch den Erdball bohren würde, man auf der anderen Seite bei Neuseeland rauskommt. Wir fliegen also auf die andere Seite der Welt. 
Aber vorher feiern wir erstmal gemütlich Weihnachten. Alle zusammen. Ganz nah.


5 Gründe warum Fernwandern kein Urlaub ist

Anlass zum heutigen Thema waren folgende Gespräche in der Vergangenheit.

"Hej! Schön, dass ihr anruft. Ich dachte ihr seit in der Wildnis unterwegs!" Tönt die Stimme eines lieben Verwandten per Skype.
"Nein, gerade nicht. Wir machen eine Woche Urlaub vom Trail und ruhen uns aus."
"Was? Hahaha, das ist ja lustig. Urlaub vom Urlaub!"

Ich möchte heute erklären warum Fernwandern KEIN Urlaub ist.
1.) Man steht jeden Morgen früh auf und arbeitet sich wandernd den Weg entlang. Wie im "echten Arbeitsleben hat man also eine Aufgabe und ein Ziel. Ich gehe mal davon aus, dass eure Arbeit ein Ziel hat =)

2.) Die körperliche Anstrengung strapaziert den Körper anstatt ihn zu entspannen (je nachdem welche Geschwindigkeit man sich zumutet). Man verliert dabei Gewicht. Man verbrennt so viele Kalorien, dass man es kaum schafft die gleiche Menge zu essen. Weiteres Beispiel, ich hoffe es ist nicht TMI (=too much info): Meine Periode setzte vor lauter körperlichem Stress für die Dauer der Wanderung auf dem Appalachian Trail einfach aus.

3.) Die Wildnis erfordert ein gewisses Verhalten. Man kann nicht nach Lust und Laune in einer Hängematte abhängen oder einen Fernseher herbeizaubern. Wetter, Tiere (z.B. Mäuse oder Bären), Terrain, Berge diktieren die Geschwindigkeit und den Tagesrhythmus. Da muss man immer schön flexibel und belastbar bleiben.

4.) Toilette gehen, Duschen, Wäsche waschen, einkaufen, schlafen. ..alles ist aufwendiger als im Alltag. Stell dir vor du müsstest zu jedem Wocheneinkauf in einen dir unbekannten Supermarkt....

5.) Monotonie. Gut um zu meditieren,  nachzudenken,  sich zu erden. Wenn man aber alle Probleme aufgearbeitet hat kann es ganz schön langweilig werden.



Das waren meine Gedanken zum Wochenende. Ich höre nun auf zu prokrastinieren und mich selbst abzulenken und werde weiter an meinem Buch schreiben.

Liebe Grüße Mela

Zum Abschluss kann ich euch noch zwei Artikel empfehlen:
Hier ein interessanter Artikel darüber, warum fernwandern nachhaltiger Umweltschutz ist: https://www.bergreif.de/2017/05/08/fernwandern-nachhaltiger-urlaub/
Und hier für alle Long-Distance-Trail Fans: es gibt einen neuen Wanderweg von Chile nach Feuerland: https://www.bbc.com/news/world-latin-america-45663960

Trail Food - Unsere 3 liebsten Rezepte auf dem Te Araroa und Update Trailküche


Die Ernährung auf einer Fernwanderung ist eine ganz anders als Zuhause. Hierzu hatte ich schon Mal etwas geschrieben, 2014. Das Essen muss leicht, haltbar, ungekühlt  lagerbar und kalorienreich sein.

Die Herausforderung besteht darin, trotz der oben genannten Kriterien, einen einigermaßen abwechslungsreichen und vor allem leckere Speiseplan zu erstellen. Die warme Mahlzeit beim Weitwandern ist das Abendessen. Es stellt gleichzeitig die größte Mahlzeit des Tag dar. Wir empfinden das Abendessen als Belohnung am Tagesziel. Im Folgenden stellen wir euch unsere drei liebsten Rezepte für das Abendessen vor.

Eins noch vorweg: die Rezepte hier sind keine genaue Wissenschaft. Auf dem Trail kochen ist individuell und genaue Angaben schwierig. Man hat weder Messbecher noch Waage, noch kann man vorhersagen wie sich der Kochtopf auf welcher Feuerquelle veralten wird. Also nicht verzweifeln wenn mal etwas nicht ganz so wird wie ihr euch das vorgestellt habt. Mit der Zeit findet man raus wie seine "Trail-Küche" tickt und worauf man achten muss.

Falls ihr unseren Artikel über Gewürze noch nicht gelesen habt, erfahrt ihr hier was wir so als Grundausstattung dabei hatten.

Unsere 3 liebsten Rezepte auf dem Trail

1. Rahmen Nudeln Satay

Dieses einfache Rezept schmeckt uns richtig gut. Es geht schnell und bietet viel Salz. Manchmal gibt es sogar Zuhause Ramen, wenn es schnell gehen muss oder wir faul sind. Ramen Nudeln mit Erdnussbutter.

Je nach Hunger haben wir 1 1/2 bis 2 Packungen Ramen Nudeln (Geschmacksrichtung ist egal) genommen und klassisch als Ramensuppe mit heißem Wasser aufgegossen. 

Anschließend packt man einfach so viel Erdnussbutter in die fertigen Instantnudeln, bis eine sämige Sauce entsteht und voilà "Ramen Nudeln Satay" ist fertig. 

Einfach lecker :)


2. Spaghetti mit Tomatensauce oder Knoblauchsauce

Das sind eigentlich zwei Rezepte. Die Grundzutat Spaghetti mit 2 Varianten Sauce.

  • Pro Person 1/2 Packung Spaghetti (für den einfacheren Transport in einer Ziplock haben wir die Spaghetti immer in der Mitte durchgebrochen
  • Optional (kleiner Luxus): für jeden ein kleines Beutelchen haltbaren, geriebenen Parmesan, den man am Schluss noch über seine Portion streuen kann
Die Spaghetti haben wir in unserem großen Topf gekocht. Der war dann zwar recht voll, aber es hat insgesamt gut funktioniert.


Variante "Tomate" - Zubereitung der Sauce in einer Titantasse (ist feuerfest)

  • Pro Person 1/2 Tube Tomatenmark (ist zwar nicht ganz dehydriert, aber immerhin schon stark konzentriert) in Wasser auflösen, bis eine sämige Sauce entsteht.
  • Die Tomatensauce in der Tasse erhitzen und mit Oregano und Salz würzen
  • Am Ende mit einem Schuss Olivenöl abschmecken

Variante "Knoblauch" - Zubereitung der Sauce in einer Titantasse (ist feuerfest)

  • Pro Person 2-3 Zehen Knoblauch kleinschneiden und in je 2 Fingerbreit Olivenöl geben
  • Den Knoblauch in Öl leicht anrösten bzw. frittieren (Vorsicht, dass er nicht verbrennt!)
  • Sauce vom Kocher / Feuer nehmen und mit Salz und Oregano nach belieben würzen

3. Rote Linsen mit Reis

Da wir keine Waage oder Messbecher zur Verfügung hatten, haben wir Reis und Linsen  in Bechern (Titantasse) gemessen. Pro Person haben wir etwa

  • 1/4 Becher Rote Linsen (nehmt auf keinen Fall andere Linsen, nur rote Linsen kochen schnell durch!)
  • 1/2 Becher Reis
  • 1/2 Brühwürfel (alternativ ca. 1 TL Instant Gemüsebrühe)
in einen Ziplock-Beutel abgefüllt und mitgenommen. Ganz wichtig ist das Essen schon ab dem Morgen einzuweichen! Damit spart ihr Kochzeit und Brennstoff! Wir haben in den Ziplockbeutel mit Reis und Linsen und Brühe gerade so viel Wasser gegeben, dass der Inhalt schön nass war, aber nicht schwamm. Zur Sicherheit wird das Ganze dann in eine zweite Ziplock verpackt, damit nichts ausläuft. Außen am Rucksack befestigen und es kann kein Unglück unbemerkt passieren.

Am Ende des Tages kocht man seine Linsen mit Reis dann unkompliziert zu Ende.

Verfeinern kann man das ganze mit
  • einem Schuss Olivenöl 
  • Nüssen
  • Thunfisch (im Folienbeutel, nicht in der Dose!)
  • gefriergetrocknetes Gemüse
  • u.v.m.


Anmerkungen zu Neuseeland:

In den USA mussten wir uns nie Essenspakete schicken, denn alle paar Tage gab es Möglichkeiten  Essen zu kaufen.
Im Norden der Südinsel Neuseelands kamen 3 Pakete zum Einsatz. Es wäre auch ohne gegangen, wäre aber komplizierter, zeitaufwendig und insgesamt teurer gewesen.

Das Essen in Neuseeland hat uns besser gefallen als in den USA. Eine Food-Depression hatten wir dieses Mal nicht. Es gab weniger Dinge, die wir wegen Monotonie im Speiseplan nicht mehr sehen konnten. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit der Auswahl und Verfügbarkeit der Lebensmittel.

"Profi-Tip"

Um zusätzliche Abwechslung in den Speiseplan zu bekommen, könnt ihr für den ersten Tag nach einem Stadtaufenthalt die Kriterien leicht, haltbar und ungekühlt lagerbar ignorieren und euch ein "Luxusessen" mitnehmen, das am ersten Wandertag gegessen wird. Das kurzfristig höhere Gewicht ist es Wert.

Update Trailküche für Neuseeland:

Unsere Küche haben wir etwas verändert. Wir hatten unseren Jetboil Zuhause gelassen, obwohl der super ist. Er kocht in kürzester Zeit heißes Wasser und dafür ist der Jetboil perfekt: Wasser kochen und damit Essen oder Getränke aufgießen.
Henning wollte aber gerne mehr kochen können ohne dass das Essen so schnell unten rein brennt. Und so nahmen wir einen Gaskocher und einen großen Titantopf von Toaks mit.
Außerdem verzichteten wir diesmal komplett auf Teller. Unser einziges Geschirr war der Topf und 2 Sea-to-Summit Tassen (einmal 450ml und einmal 600ml), alles aus Titan. So konnten wir auch die Tassen zum Spaghettisauce kochen benutzen. Meist aß einer aus seiner Tasse und einer aus dem Topf.

Trail Food - Zutaten für die Trailküche

Zutaten

Essen spielt eine zentrale Rolle im täglichen Wander-Rhythmus. Nicht nur, dass es einem die Energie gibt weiter zu laufen und zu regenerieren, es war für uns auch immer ein kleines – manchmal auch großes – Highlight und eine Belohnung für die Anstrengungen des Tages.

Bevor wir hier mit Rezepten um uns werfen, wollen wir einmal unsere „Grundnahrungsmittel“ vorstellen. Mit diesen lässt sich - in unterschiedlichen Kombinationen – einiges Schmackhaftes zaubern.


Erdnussbutter

Unser wichtigster Treibstoff war auf beiden bisherigen Wanderungen: Erdnussbutter. Wir hoffen du bist nicht allergisch, denn sonst fällt dieses „Super-Food“ leider flach. Vermutlich kann es aber mit Mandelmus oder anderem Nuss-Mus ersetzt werden.
Erdnussbutter haben wir mit fast allem gegessen. Besonders gut passt sie, unserer Meinung nach, zu Ramen um daraus leckere „Ramen Satay“ zu machen. Im Prinzip kann man sie aber in alle herzhaften Gerichte mischen um zusätzlich Geschmack, Proteine und Energie zu bekommen. Man kann Erdnussbutter auch prima nutzen um misslungene Kochversuche zu „retten“, da der Geschmack evtl. eingebrannte oder sonst wie missglückte Gerichte überdecken kann. Und Erdnussbutter hat viele Kilokalorien, was fast das Beste daran ist.

Olivenöl

Einen richtig dichten Behälter vorausgesetzt (z.B. eine Plastik Trinkflasche) ist Olivenöl unser zweitliebstes Add-On zu allerlei Gerichten. Egal ob man Reis, Nudeln, Couscous, Kartoffelbrei oder Ramen kocht, einfach einen kleinen (oder großen) Schuss Olivenöl dazugeben um eine extra Portion Energie (ca. 800 kcal/100ml) und Wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten.

Gewürze

Wir hatten immer eine kleine Auswahl an Gewürzen dabei. Diese haben wir in kleinen Döschen  aufbewahrt, nachdem unser erster Versuch sie in Faltflaschen zu lagern, sich als recht unpraktisch herausgestellt hat. Die Aufbewahrung sollte möglichst klein, leicht und unkaputtbar sein (z.B. die wasserdichte Box von Light-my-fire). Wasserfest ist kein Muss. eine Zip-Lock tut es auch.
Folgende Gewürze hatten wir dabei:

  • Salz
  • Oregano
  • Currypulver
  • Chilli oder Paprikapulver oder auch Mal eine Flasche Tabasco
  • Brühwürfel (selten)
  • Knoblauch (ein paar Zehen)


Hier kann sich jeder selbst raussuchen was und wie viel er gerne mag, aber wir sind damit ganz gut gefahren. Oregano passt gut zu Nudeln, Curry gut zu Couscous und Reis. Die Brühwürfel wurden hauptsächlich für Reis und Couscous-Gerichte genutzt um etwas mehr Geschmack hinein zu bringen. Knoblauch geht bei uns fast überall ;) und wiegt – gemessen an seiner „Würzkraft“ sehr wenig. (Außerdem hilft Knoblauch gegen Mücken und Sandflies).
Gewürze werden von Manchen sicherlich als  unnötiger Luxus angesehen, aber für uns sind sie sehr wichtig. Der Spruch „der Hunger treibt‘s rein“ gilt für uns nicht uneingeschränkt. Wir hatten schon mehr als einmal den Punkt erreicht, da das Essen nicht dem entsprach worauf wir Lust hatten oder das Essen einfach ungenießbar war (verschiedene Gründe). Wir bekamen es nicht runter und sind hungrig schlafen gegangen. Bei einem täglichen Kalorienbedarf von geschätzt 5000 bis 5500 kcal macht ein leerer Magen keinen Spaß.


Nutella

Das soll jetzt keine Schleichwerbung für Nutella sein, aber wir hatten oft welche dabei, obwohl wir Zuhause eigentlich keine haben. Nutella kann man gut verwenden um:

  • Porridge zu süßen
  • Ein Schoko-Getränk zusammen zu rühren
  • Auf Wraps / Brot
  • Einfach mal ein Löffel pur ;)

Auch hier gilt: Pluspunkt für die Kaloriendichte.


Trockengemüse

Mit Trockengemüse meinen wir nicht die super teuren „Freeze dryed“ Gemüsebeutelchen aus dem Outdoorladen, sondern Dinge wie:

  • Röstzwiebeln
  • Gefriergetrocknete Erbsen
  • Getrocknete Pilze

Die Liste kann beliebig weitergeführt werden. Allerdings ist das ausschlaggebende Kriterium, dass das Gemüse schnell aufweicht und nicht lange gekocht werden muss. In Neuseeland gibt es in fast jedem Supermarkt getrocknete Erbsen in geschickt portionierten Beutelchen (z.B. beim Countdown), die nach 1-2 Minuten in kochendem Wasser schon weich sind. Zwiebeln und Erbsen haben wir hauptsächlich zu Reis und Couscous dazu gegeben. Pilze sind aufgrund des Preises - und da Mela keine Pilze mag - so gut wie gar nicht auf unserem Speiseplan gelandet.

Das waren die Basics die wir in Neuseeland eingekauft haben (natürlich nicht immer alle gleichzeitig) und die sich für uns bewährt haben. Ein paar unserer liebsten Trail Rezepte folgen bald.

Wenn du ein paar All-Time-Favorits hast, schreib diese doch in die Kommentare. Wir sind neugierig was sich bei anderen bewährt hat und was wir nächstes Mal ausprobieren können.

Ich schreibe ein Buch

Ich habe so viel positives Feedback zu meinem Blog Reise-Tagebuch bekommen und von unterschiedlicher Seite den Vorschlag: Schriebe doch ein Buch über eure Reise, ich lese so gerne was du schreibst.

Ich? Ein Buch? Das kam mir absurd vor. Die ersten "Anfragen" dieser Art erreichten mich schon während der Wanderung. Und mit der Zeit fing mein Kopf an zu arbeiten.

"Dir macht Schreiben doch Spaß...." sagte die Stimme in meinem Kopf.
"Ja, Kopf. Aber noch mehr Lesen"
"Warum schreibst du dann nicht einfach ein Buch?" fragte die Stimme
"Weil ich sowas noch nie gemacht habe, und wer will das lesen und überhaupt steht doch schon ein ganzes Reisetagebuch online... lass mich in Ruhe, das traue ich mich nicht."

Wenn die Stimme in meinem Kopf ein Gesicht hätte, dann hätte sie an dieser Stelle vielleicht beide Augenbrauen hochgezogen.
Ich begriff, dass ich nur Angst hatte den ersten Schritt zu machen.  Und wenn ich durch das Wandern eine Sache gelernt habe, dann die: Ängsten muss man sich stellen. Sie sind deine Wegweiser. Wenn du vor etwas Angst hast, dann weil es sich lohnt es zu probieren.

Also fing ich an Ideen zu sammeln. Was habe ich schon zu verlieren.




So lange ich denken kann liebe ich Bücher. Ich lese Bücher seit ich in der Schule lesen gelernt habe und genieße vor allem Romane. Mein Lieblingsbuch (bzw. -bücher) ist - wie könnte es anders sein in meiner Generation -  Harry Potter.

Mir wurde klar, ich kann noch viel mehr in einem Buch unterbringen als in einem Blog-Tagebuch. Ich könnte meine Leser hautnah entführen und besser erklären was uns geritten hat einmal 2000 Kilometer durch die USA und noch einmal 3000 Kilometer zu Fuß durch Neuseeland zu laufen. Und das Thema wird mir bestimmt niemals langweilig.

Noch während unserer Te Araroa Reise fing ich an zu schreiben und stellte fest. Ups, das ist schwerer als gedacht. "Schreib doch mal ein Buch?" Guter Witz, so einfach schreibt sich das nicht. Schon gar nicht während der Wanderung auf einem Handy.

Zurück in Deutschland und im Arbeitsalltag angekommen merkte ich: Nebenher schreiben, das funktioniert für mich nicht. Auch nicht neben meiner regulären Arbeit.
Im Frühjahr 2018 wurde ich vom Leben beschenkt. Ich wurde schwanger. Und durfte deshalb nicht mehr arbeiten. Nun hatte ich jede Menge Zeit zum Schreiben und das habe ich auch getan!

Ich arbeite mal mehr, mal weniger an meinem Manuskript, das inzwischen über 130 Seiten umfasst.

Hast du schon mal ein Buch über eine Reise gelesen? Was hat dir daran besonders gut gefallen? Was ist dein Lieblingsbuch?



Das Jahr nach dem Trail

Es ist heute genau 1 Jahr her, dass Henning und ich den Te Araroa erfolgreich beendet haben. Unglaublich wie die Zeit vergeht. Wir hatten uns auf dem Trail Vieles für danach vorgenommen, und nur Manches umgesetzt.

Zum Beispiel wollten wir uns gesund und gut ernähren. Da wir nach dem Thru-Hike noch gut 2 Monate auf Reisen waren, scheiterte dieses Unternehmen grandios. Es war einfach zu teuer Obst und Gemüse zu kaufen wenn Fish&Chips nur 5 Dollar kosten. Und mal ehrlich wer würde sich für Vitamine entscheiden wenn man dafür länger reisen kann.
Hinzu am noch, dass es schwer ist dem Hiker-Hunger, der noch lange nach der Wanderung anhält, etwas entgegen zu setzen. Selbst wenn man weiß was auf einen zukommt und man sich noch so gut vorbereitet - Wir hatten keine Chance und haben (leider) verlorenes Gewicht wieder zugelegt + Bonus. Der Körper glaubt eben wirklich er müsste sonst verhungern.

Eine andere Sache, die wir uns vorgenommen hatten war Sport. Im Gespräch mit Mitwanderern waren wir zu dem Schluss gekommen, dass man eigentlich nur einmal die Woche regelmäßig joggen gehen müsste um ein gutes Fitesslevel aufrecht zu halten. ja... guter Plan. Leider nicht eingehalten.
Wir hatten auch Pläne für Zuhause. Ein Garten mit eigenem Gemüse (check), Bienen (ähm nein), Hühner (auch nicht - wir mögen unsere Nachbarn zu gerne) und eine Arbeit mit gutem Einkommen. Einen Job zu finden war überhaupt kein Problem. Nach 7 Tagen hatte ich einen Platz gefunden und Henning nach 10 Tagen.

Das mit der Wohnung ist schwieriger gewesen. Fast ein halbes Jahr dauerte es bis wir in was Passendes einziehen konnten. Zum Glück gibt es die liebe Verwandtschaft in der Nähe.

Für die Zukunft hatten wir uns ausgemalt immer glücklich zu bleiben und zu wissen was wir wollen. Damit man nicht irgendwohin geschwemmt, wird wo man nicht hin will. Ich glaube das ist etwas was wir mit dem Trail verinnerlicht haben und das uns niemand mehr wegnehmen kann.
Wir haben uns so eingerichtet, dass wir flexibel bleiben können. Wenn das Leben also eine Wendung nimmt, die uns nicht gefällt, dann werden wir etwas daran ändern können.

Wer hat schon mal was von "Reverse Cultur Shock" gehört? Genau. Es geht darum, dass wenn man lange genug Zeit im Ausland verbracht hat, dann lernt man seine eigene Kultur mit anderen Augen zu sehen wenn man zurück kommt. Wir kannten das schon von anderen Reisen und es waren diesmal keine neue Erkenntnis dabei, außer vielleicht, dass die Leute nicht gerne darauf aufmerksam gemacht werden.

Es stimmt schon, dass es kein zurück in die alte heile Welt gibt. Man sieht die Welt mit anderen Augen nach einem Thruhike bzw. einer langen Reise, was gut aber auch schmerzhaft ist.
Mir ist auch klar, dass man sich immer seiner Umgebung anpasst. Und je länger wir wieder an einem Ort sind desto leichter wird es sich dort leben, denn desto mehr passt man sich (ungewollt) an. Man sollte sich gut überlegen womit und mit wem man seine Zeit verbringt, denn es beeinflusst einen sehr.

War es schwer nach dem Trail nach Hause zu kommen? Nein eigentlich nicht. Wir waren reisemüde und sehr glücklich endlich wieder an einem Fleck bleiben zu können. Und gleichzeitig ja, weil uns negative Dinge auffielen. Zum Beispiel grüßt dich niemand in dieser großen Stadt. Alle bleiben anonym. Die meisten gucken traurig verschlossen. Die Autofahrer sind gestresst und drängeln. Es gibt nicht so viele coole Restaurants.

Sind wir jetzt also glücklich? Ja sehr. Und wenn wir es mal nicht sind, dann weil wir verwöhnt sind und vergessen uns auf das Wesentliche zu besinnen. Dann holen wir unsere beiden Te Araroa Fotobücher hervor und es dauert nicht lange bis wir glücklich und stolz sind.

Wann geht es wieder los? Tja,...dass wir es nie mehr tun werden können wir nicht versprechen. Im Moment sind uns aber andere Dinge wichtiger. Das Gehirn muss erst wieder vergessen wie schmerzhaft und anstrengend eine solche Wanderung ist. Wenn es soweit ist, dann dauert es bestimmt nicht mehr lange bis wir wieder unsere Rucksäcke packen.

Navigieren auf dem Te Araroa

Uns erreichen regelmäßig Fragen zum Te Araroa. Die am häufigsten gestellte Frage ist die nach der Navigation. Ich schiebe diesen Blogbeitrag nun lange genug vor mir her. Hier kommen unsere Erfahrungen und Tipps mit der Navigation auf dem Te Araroa.

Generell findet ihr auf der Te Araroa Trust Website einen Downloadbereich mit Informationen zu jeden Wegabschnitt in Textform: die Trailnotes, und fertige digitale Karteninformationen im .kmz, GPX und PDF Form.


Brauche ich auf dem Te Araroa eine Karte oder folge ich einfach der Wegmarkierung?

Für den Te Araroa brauchst du auf jeden Fall eine Karte. Die Wegmarkierung ist nur teilweise vorhanden und dann auch nicht immer so vollständig dass man ihr ohne weiteres folgen kann. Ein Tramplepfand ist wegen der geringen Wandereranzahl und rasch wachsender Vegetation auch nicht immer sichtbar und es heißt: "choose your own adventure!"

Auf welchem Papier soll ich die Karten und Trailnotes ausdrucken und hattet ihr einen Kompass dabei?

Die Antwort hier wird ein paar von euch nicht gefallen: wir hatten KEINEN KOMPASS UND KEINE PAPIERKARTEN dabei! Wir hatten je ein (Samsung) Smartphone als Computer dabei. Darauf gespeichert waren DIGITALE KARTEN in einer GPS App und eine digitale Version der Trailnotes zum Nachlesen und Planen.
Damit uns der Akku nicht leer geht und wir ohne Karte dastehen hatten wir ein großes externes Akkupack dabei und - wie schon erwähnt- zwei Smartphones als Absicherung.




Vor- und Nachteile von Papierkarten vs. digitale Karten

Die Angst das Handy könnte leer oder kaputt gehen zerstreuen wir gerne mit: Papier kann nass werden und davon wehen. Papier ist, unserer Meinung nach, keine Garantie dafür, dass die Karten nicht kaputt gehen. Uns sind auf dem Te Araroa nur zwei Wanderer begegnet die Schwierigkeiten mit der Navigation hatten. Einer hatte seine Papierkarten verloren und der andere hatte zwar Papierkarten, wusste aber nicht wo genau auf der Karte er sich befindet.

Das ist der große Vorteil wenn man eine GPS App benutzt. Das Handy (oder GPS-Gerät) wird genau geortet und man kann leicht navigieren. Der zweite große Vorteil ist das Gewicht. Wer sowieso ein Telefon dabei hat (Musik, Filme, Fotografieren, Videos drehen, Lesen, Spielen, Blog schreiben, Skypen...) spart sich das komplette Papiergewicht und einiges an Druckkosten.

Wer dennoch unbedingt Papierkarten mitnehmen möchte, der sollte diese auf jeden Fall laminieren oder in einem Wasserdichten Beutel mitnehmen. Die Chancen, dass ihr und euer Gepäck einmal komplett durchnässt werdet stehen auf dem TA nämlich recht gut.

Wie funktioniert die Navigation mit dem Smartphone?

Die App, die wir benutzt haben heißt maps.me und ist kostenlos. Es gibt sie für Apple und Android.
Nachdem ihr die App auf eurem Handy installiert habt, müsst ihr die Offlinekarten für Neuseeland herunterladen.

Aus dem oben genannten Downloadbereich des Te Araroa Trust ladet ihr euch nun die .kmz file herunter, ebenfalls auf eurem Telefon. Sie fügt sich normalerweise automatisch als Lesezeichen hinzu. Jippih, freut euch. Letztes Jahr gab es noch keine .kmz Version. die mussten wir uns selber zusammen basteln.




Weitere Tipps:


1.) Räumt euer Handy vorher auf und stellt sicher, dass ihr genug Speicherplatz habt.

2.) Checkt eure Apps auf Apps mit hohem Hintergrund-Energiebedarf und entfernt diese Apps ggf.

3.) Verändert die Karte nach eurem Anforderungen. Ich würde für eine bessere Übersicht zum Beispiel die Trailkilometerangaben reduzieren und die Städte, in denen man Essen kaufen kann, hervorheben. Dazu markierst du den Pin, den du verändern willst. In Maps.me unten links leuchtet der Lesezeichen Stern gelb. Du entfernst ihn wenn du drauf klickst. Möchtest du den Pin verändern wischt du den Text nach oben und drückst auf "LESEZEICHEN BEARBEITEN". So kannst du auch mehrere Gruppierungen an Informationen (z.B. Unterkünfte, Essen...) anlegen. Alternativ könnt ihr den Trail auch in Google Earth importieren und dort anpassen um ihn anschließend wieder in Maps.me zurück zu exportieren. 

4.) Beispiel zu Punkt 3: ladet euch noch die Drehorte von Herr der Ringe dazu, denn ihr kommt an mehr Drehplätzen vorbei als ihr denkt (einfach googeln, es gibt ein paar Seiten, die die Orte als .kmz oder .kml zum Download zu Verfügung stellen)! 

5.) Benutzt euer Handy während dem Wandern im Offline- und Energiesparmodus. Schaltet es nachts aus. Wenn es kalt ist tut das auch dem Akku besser.

6.) Wasserdichte Smartphonehülle!!!






Vlog 30 ist online

Von Melbourne aus fahren wir zur Great Ocean Road und anschließend hinauf nach Brisbane. Eine Segeltour in den Whitsunday Islands bei Airly Beach muss natürlich genau so sein wie Koalas und Kängurus zu beobachten.

Erfahrungsbericht zum Schlafsack: Yeti Passion Three

Testzeitraum

April – Juli 2014, Wanderreise 2000 Kilometer Appalachian Trail (USA)
Januar – Juni 2017, Wanderreise 3000 Kilometer Te Araroa (Neuseeland)

Testobjekte  

2 Yeti Passion Three, Größe M und L

Testbedingungen    

Fast täglicher Gebrauch während der Wanderungen. Verwendung mit Liner (Innenschlafsack).

Lagerung 

Bei Nichtgebrauch in den mitgelieferten Netzsäcken, trocken, sauber und kühl.
Während der Wanderungen komprimiert in wasserdichten Packsäcken (Seat to Summit), ohne Rücksicht auf Verluste. Auslüften und Trockenhalten war nicht immer möglich.

Erfahrungen USA  

Die neuen Schlafsäcke hielten was sie versprachen. Leicht und dabei recht warm, robust und flauschig zugleich. Gleich zu Anfang der Wanderung, im Frühling, ergänzten wir den YETI PASSION THREE mit einem wärmenden Liner, da wir froren. Temperaturen um 10 Grad waren danach perfekt, unter 3 Grad wurde unangenehm und alles über 10 Grad war zu warm. Wenn es kalt wurde zogen wir Thermokleidung und Daunenjacken an, wenn es zu warm wurde benutzten wir den Liner alleine und der Yeti diente als zusätzliche Decke.

Bald merkten wir, dass der dünne Stoff und der zierliche Reißverschluss kein Grund zur Sorge sind und wenn man mal den Stoff einklemmt, was häufiger passiert, macht das nichts aus. Bis heute ist der Stoff und der Reißverschluss tadellos intakt.
Das Wetter war eher warm mit wenig Regen. Wir konnten oft lüften, dadurch gab es wenig Geruchsbildung durch nasse Daunen. Die Schlafsäcke konnten sauber gehalten werden durch den Liner.
Gewaschen haben wir die Schlafsäcke nach der Wanderung Zuhause in der Waschmaschine. Dafür benutzten wir Daunenwaschpulver und trockneten sie anschließend mit Tennisbällen im Trockner. Das Ganze war überhaupt nicht schwierig und kein Problem.
Der (Seiden-)Stoff ist sehr angenehm auf der Haut.

Erfahrungen NZ  

Neuseeland war kälter und nässer und die Schlafsäcke nicht mehr neu. All das zusammen führte zu häufigem Frieren unsererseits. Wir wussten dabei immer: wir frieren, werden aber nicht Erfrieren. Wenn wir die Reise nochmal machen würden, dann würden wir wärmere Schlafsäcke mitnehmen, die dann aber natürlich auch schwerer wären. Die Temperaturen lagen zwischen -3 und 20 Grad. Wir machten beim Frieren ein paar Beobachtungen: der Wärmeverlust war an den Seiten am Größten (direkt oberhalb der Isomatte) und eine gut isolierte Isomatte konnte die Wärmeleistung beträchtlich steigern.
Für ein bisschen mehr Komfort polsterten wir die Schlafsäcke von Innen im Oberkörperbereich mit unseren Daunenjacken (Ghost Whisperer von Mountain Hardware), hauptsächlich um die „Wärmelöcher zu stopfen“.
Geruchsentwicklung war auch auf dieser Wanderung kein Problem obwohl die Trockenhaltung und das Lüften sehr schwierig waren.
Nass geworden sind die Schlafsäcke zum Glück nie, aber feucht. Hier konnten wir keine Einschränkungen feststellen.
Die Schlafsäcke wurden nach der Wanderung einmal mit Daunenwaschmittel in der Waschmaschine gewaschen und anschließend im Trockner mit Tennisbällen getrocknet. Auch das hat wieder problemlos geklappt.

Verschleißerscheinungen 

Weniger Federn, und ungleichmäßige Verteilung der Daunen, „Wärmelöcher“


Verwendungstipps:

Man sollte einen Liner verwenden um den Schlafsack sauber zu halten und die Waschhäufigkeit zu minimieren.
Wenn dem Anwender der Schlafsack zu kühl erscheint, helfen erstmal Klamotten im Fußteil (z.B. die Wanderkleidung, die man zum Schlafen nicht trägt). Es scheint als würde der Schlafsack hierüber Wärme verlieren. Eine gut isolierende Isomatte ist ebenfalls wichtig, damit der Schlafsack richtig funktionieren kann - aber das ist ja bei jeden Schlafsack so.

Fazit

Unsere Schlafsäcke haben uns treu begleitet und nicht im Stich gelassen. Auch wenn sie mal etwas feucht geworden sind, haben sie uns warmgehalten.
Sie waren sehr viel robuster als zunächst erwartet. Wir haben die Schlafsäcke sorgsam behandelt und wir haben keine Löcher oder Risse erlebt. Der Reisverschluss klemmt den Stoff bei jedem Öffnen und Schließen etwas ein, selbst wenn man aufpasst. Doch der Stoff nimmt das klaglos hin.
Die Temperaturangaben müssten für uns etwas höher angelegt werden. Die Komfort-Temperatur würden wir von 7 °C auf 8 °C setzen, Limit-Temperatur von 3 °C auf 5 °C und die Extrem-Temperatur von -10 °C auf 0 °C erhöhen. Generell lässt der Schlafsack nicht so viel Spielraum zu. Bei unter 3 °C friert man deutlich und bei über 10 °C fängt man bereits an zu Schwitzen. Aber man kann den Schlafsack gut offen lassen und als Decke nutzen.
Die Größe M war bei einer Körpergröße von 158 cm gut und die Größe L bei einer Körpergröße von 185 cm ebenfalls ausreichend. Beide sind schmal geschnitten, so dass man nicht innerhalb des Schlafsacks ein Bein anwinkeln kann. Daran muss man sich erstmal gewöhnen.
Das Gewicht bei der Wärmeleistung ist immer noch sehr überzeugend!
Der Außenstoff ist sehr angenehm und weich. Atmungsaktivität war gegeben und angenehm.
Die Gestaltung der Kapuze konnten wir nicht nutzen. Als Kopfkissen haben wir wasserdichte Packsäcke mit Klamotten drin verwendet, die wir in einen Buff (Halstuch) gepackt haben. Dieses Konstrukt lag dann auf der Kapuze, die trotzdem noch zuziehbar bleib.


01.09.2017 Nachtrag: Vielen Dank an Yeti in Görlitz, die uns gesponsert haben und uns die Schlafsäcke professionell gereinigt und wieder mit neuen Daunen aufgefüllt haben. Jetzt sind zwei der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände wieder bereit für das nächste Abenteuer

10 Tipps zum Te Araroa Trail


Nun ist es bereits 8 Wochen her dass wir den Te Araroa beendet haben. Wir waren etwas faul mit dem Schreiben. Jetzt wird es Zeit, schließlich geht es bei einigen bald los und denen wollten wir noch unsere Gedanken mit auf den Weg geben.


Tipp 1: Geduld

Thruhiken braucht sehr viel Geduld. Wenn du dich selbst für geduldig hältst, lass dich überraschen! Bei mir half die Strategie einfach gar nicht an das Ende der Reise zu denken, sondern das Wandern als mein neues Leben zu akzeptieren. Henning hat es geholfen die Wanderung (gedanklich) in kleine Etappen zu unterteilen und sich so z.B. von einer größeren Stadt zur nächsten "voranzuarbeiten".

Tipp 2: Sei flexibel

Das Leben auf dem Trail lässt sich nicht planen. Das ist auch gleichzeitig das Schöne daran. Du weißt nie was genau dich erwartet, was um die nächste Ecke ist oder wo du schlafen wirst.
Sei auch flexibel mit der Streckenführung. Unternehme Umwege und Sitetrips. Suche dir alternative Wege wenn dir eine Strecke nicht zusagt. Das Motto lautet "hike your own hike" und "der Weg ist das Ziel ".

Tipp 3: hör nicht zu sehr auf Andere

Du bist nicht wie jeder andere, deshalb können sie - und wir - dir auch nicht sagen wie schön oder schwierig eine Strecke für dich werden wird und wie du sie zu laufen hast. Der Trail ist für jeden eine individuelle Erfahrung und da darf jeder selbst herausfinden wie er tickt am besten zurechtkommt.


Tipp 4: Gib nur an einem guten Tag auf

Diesen Spruch haben wir auf dem Appalachian Trail aufgeschnappt. Jeder hat schlechte Tage auf dem Trail (wer etwas anderes behauptet, dem glaube ich nicht). Wenn die Füße schmerzen, die Nacht unruhig war, der Hunger quält und es nur noch regnet, dann kann das auf die Stimmung schlagen. Such dir so schnell wie möglich eine trockene Unterkunft, gönn dir ein Privatzimmer, esse gut und ruhe dich mindestens 2 Tage aus. Und dann läufst du einfach wieder los. Wenn du den nächsten guten Tag hast und immer noch keine neue Motivation verspürst, erst dann ist der richtige Zeitpunkt deine Wanderung zu beenden. Dann hast du dir nichts vorzuwerfen und nichts zu bereuen.


Tipp 5: Höre auf deinen Körper

Du darfst sehr genau hin hören was dein Körper dir für Signale gibt. Das bewahrt dich vor Verletzungen und langanhaltenden Schmerzen. Beides vergrößert den Spaß und die Chancen, dass du den Fernwanderweg bis zum Ende gehst.


Tipp 6: Achte auf deine Gedanken

Damit meine ich nicht, dass du nicht denken darfst was du willst - es gibt nichts besseres auf dem Trail als stundenlang Gedanken nachzuhängen - sondern dass du negativen Stimmungen selbst steuern kannst. Jeder ist selbst verantwortlich für seine Emotionen. Du selbst kannst bestimmen wie lange du jetzt schlechte Laune haben willst.


Tipp 7: Starte so langsam wie möglich

Das ist zugegebenermaßen bei einem TA Sobo Start nicht wirklich möglich, weil es keine Unterkünfte und Wasserquellen in kürzeren Abständen gibt. Aber eigentlich wäre es wichtig. Egal wie fit du bist, solange du nicht jeden Tag wanderst, kannst du deinen Körper nicht wirklich daran gewöhnen. Widerstehe deinem Drang am Anfang so schnell und lang wie möglich zu laufen. Ich weiß du bist sehr motiviert und der Weg ist lang. Aus eigener und fremder Erfahrung wissen wir nun: weniger Kilometer am Anfang erspart dir unnötige Schmerzen und Mikrofrakturen in den Füßen. UND am Ende sind alle ähnlich schnell. Es spielt keine Rolle für den Trail ob du die erste Woche jeden Tag nur 8 bis 15 Kilometer gelaufen bist. Für deinen Körper schon.


Tipp 8: Lerne neues

Am Anfang des Trails ist Euphorie am Start, du lernst alles rund um deinen neuen Alltag kennen. Dann gewöhnst du dich daran und hast jede Menge Zeit und Ruhe für dich und deine Gedanken. Geniese es! Und dann kommt die Langeweile, denn das Gehirn ist gern beschäftigt. Unser Tipp: bring nicht nur Musik und Hörbuch mit, sondern nutze die Zeit um Neues zu lernen. Du hattest noch nie so viel Zeit um dich mit Politik, Philosophie, Geschichte oder Sprache zu beschäftigen. Finde gute Podcasts. Die kannst du dann an deinen Zerotagen aktualisieren und neue herunterladen. Wir haben die App podcast addict benutzt.


Tipp 9: Reise so leicht wie möglich

Je weniger du schleppen musst desto weniger Schmerzen = mehr Spaß.

Tipp 10, der letzte Tipp ist für Wanderpartner:

Wenn ihr vorher über ein paar Dinge diskutiert schützt ihr eure Partnerschaft/Freundschaft.

  • Was macht ihr wenn einer weiter wandern will, der andere aber nicht?
  • Was wenn einer sich verletzt und 3 Wochen Pause machen muss?
  • Habt ihr das gleiche Budget und was wenn einer sich ein Privatzimmer gönnen will?
  • Was ist eure Hauptmotivation?
  • Wie schnell und wie weit läuft jeder von euch?

Wenn ihr zwei Freunde seit, dann rate ich euch keine Ausrüstung zu teilen! Das spart zwar Gewicht, doch wir haben nur Paare getroffen, die es geschafft haben zusammen zu wandern und sich auszuhalten. Wir haben dafür jede Menge Stories über Freunde gehört, die sich irgendwann aufgeteilt haben. Was auch nicht schlimm ist, es sei denn man teilt Zelt und Kocher!


Jetzt bleibt uns nur noch euch eine geile Zeit zu wünschen! Und ganz viele tolle Erfahrungen!
Mela & Henning von Zuhauseimwald


6 Tage Singapur

Unser letzter Weltreise-Stop ist Singapur. Wir hatten (wie so oft) keine Erwartungen an das Reiseziel...und keinerlei Plan. Brauchen wir ja auch nicht, das läuft so nebenbei, haha.

Wir landeten Morgens um 8 Uhr und weil wir ganz vorne im Flieger saßen waren wir unter den ersten bei der Einreise. Das ging super schnell, unkompliziert, freundlich und Süßigkeiten bekommt man vom Immigration Officer - nach erfolgreicher Einreise  - in Singapur auch noch. Das ist vor allem dann ein kleiner Schock, wenn man die bösen "wir wollen dich hier nicht" Blicke und den barschen Befehlston der Immigration Officer in den USA kennt.

Wir begaben uns gemütlich zum Gepäckband. Unsere beiden Pakete mit den Didgeridoos konnten wir sofort abholen. Die Abteilung für "Odd Size Gepäck" (so heißt das da wirklich!) war direkt nebenan. Und dann kam die große Überraschung. Wir waren nicht nur die ersten, die am Gepäckband standen, sondern es kamen doch tatsächlich auch unsere Rucksäcke als erstes aufs Band! Noch vor den Crew Koffern...wie cool ist das denn..?!

Nun ja, so kam es, dass wir bereits um 9 Uhr an unserem Hotel waren, wo wir noch nicht einchecken konnten. Wir setzten uns in die Lobby und machten erst mal einen Plan. Jetzt brauchten wir doch mal einen.

TAG 1 machten wir zu unserem Museumstag. Wir ließen das Gepäck in der Lobby und machten uns auf die Suche nach der Metrostation. Das Wetter war super heiß und schwül und der 700m Weg kam uns sehr lang vor.

Wir kauften die aufladbaren MRT Karten am Schalter und fuhren zur City Hall (Rathaus). Das Wetter in Singapur macht einen echt fertig. Vor allem mit Jet Lag und wenig Schlaf. Die Klimaanlage im Singapore Asian Civilisations Museum (8$/Person) tat gut. Es gab eine ehrenamtliche Guide, die uns fabelhaft durch die Ausstellung führte und somit sogar alte Keramik total spannend und interessant machen konnte.

Es blieb bei diesem einen Museum und ein wenig draußen herumspazieren.
Unser Hotelzimmer ist klein, aber schön und in einem Viertel mit vielen authentischen chinesischen und indischen Restaurants. Yummy!



TAG 2 kamen die großen Sightseeing Highlights dran. Nach einem Frühstück beim Inder (Prata mit Banane und Käse und der berühmte Teh Tarik und Kopi) fuhren wir wieder mit der MRT in die Stadt.

Das Wechselbad aus heiß und kalt war bestimmt Immunsystem fordernd.
Wir schauten uns in Marina Bay um, besuchten the Shoppes at Marina Bay Sands und das Art Science Museum. In der Bullenhitze wagten wir uns zu den Gardens by the Bay. Wir hatten extra die Mittagshitze abgewartet, aber es war kein bisschen besser. Wir wurden gebacken und konnten nicht durch den Park laufen wie geplant, da es sich anfühlte als würde unser Kreislauf demnächst kollabieren. Das war eine unerwartete Erfahrung, schließlich sind wir gut trainiert in Hitze und Kälte stundenlang herumzulaufen. Es waren noch 2-3 Stunden bis zur Lightshow am Abend und da wir nicht Spazieren gehen konnten - und nicht so lange rum sitzen wollten - fuhren wir zurück zum Hotel.










TAG 3 Heute standen Little India und Chinatown auf dem Programm. Beides sehr geil! Und das Essen erst!

Am Abend holten wir die Rhapsody Lightshow in den Gardens by the Bay nach. Das kann man sich schon mal anzuschauen. Es findet jeden Abend um 19:45 und 20:45 Uhr statt. Die Stimmung war sehr schön und das Beste daran ist: es ist kostenlos!










TAG 4 hatte den Japanese und Chinese Garden auf dem Programm. Die Gärten liegen direkt nebeneinander und sind sehr groß. Da es dann anfing zu regnen änderten wir die Pläne für den Botanic Garden in Shopping in der Orchard Road. Die Orchard Road ist das Shopping Zentrum schlechthin mit ca. 33 großen Malls. Wir sind aber eher schlechte Konsumenten, ohne Shoppinglaune und fanden nichts was wir kaufen wollten.





TAG 5 wollten wir den Botanic Garden nachholen, doch leider war mein Darm dagegen. Wir haben fröhlich Streetfood in uns geschaufelt ohne Rücksicht auf Verluste. Das Essen ist ja auch viel zu lecker um sich darüber Gedanken zu machen. Jedenfalls blieb ich heute lieber in der Nähe der Toilette, was aber gar nicht unbedingt den ganzen Tag nötig gewesen wäre. Naja.
Wir packten unsere Rucksäcke und ruhten aus. Ein Tag, an dem wir nichts machen kam auch schon länger nicht mehr vor.

Heute ist TAG 6 und wir fahren zum Flughafen Changi Airport Singapur. Das soll der beste Flughafen der Welt sein und meine Schwester hat mir schon vorgeschwärmt. Um dem Jet Lag vorzubeugen sind wir spät ins Bett und haben lange geschlafen (quasi nach deutscher Zeit).
Wir fahren wieder wir mit dem Taxi zum Flughafen. Das spart uns Schlepperei und außerdem sind in der Metro keine großen Gepäckstücke erlaubt und wir wollten keine Diskusionen und Ärger riskieren.

Wir können unser Gepäck - zum Glück - wieder früh abgeben und verbringen die nächsten Stunden in den Terminals 1,2 und 3. Es gibt mehrere "Gärten" und ein Schmetterlinghaus. Im kostenlosen Kino lief leider nichts was wir sehen wollten, dafür genossen wir diese Fuß/Waden Massagegeräte, die hier überall herum stehen. Ans ich hatten wir uns vom Flughafen mehr versprochen, aber es ist trotzdem ein schöner Flughafen auf dem man sich ganz gut einige Stunden vertreiben kann.

Airlie Beach, Segeltour zu den Whitsunday Islands und Brisbane







Airlie Beach ist der nördlichste Ort, den wir anfahren. Das Wetter ist schön, mit sommerlichen 27 Grad und wir starten eine Segeltour von hier. Morgens um 8:30 Uhr checken wir im Büro ein und müssen eine 4 seitige Medizin- und Informationsbroschüre ausfüllen.

Um 12:30 Uhr treffen wir uns an der Marina und lernen unsere Crew und Reisebegleiter kennen. Jeder von uns bekommt einen "Stingersuit" gegen Quallen.
2 Nächte, 1 ganzer und 2 halbe Tage dauert die Reise mit der Matador. Wir segeln das erste Mal auf einem so großen Boot und müssen uns erst an die Schräglage unter Segel gewöhnen. 

Noch am ersten Nachmittag gehen wir Schnorcheln, doch es ist recht kühl und das Riff nicht sehr spektakulär. Ist das hier wirklich das Great Barrier Reef?

Es wird für uns gekocht. Die Küche an Board ist winzig und es erstaunt mich was darin gezaubert wird.

Unsere Koje ist eine Doppelkoje und bietet nicht viel Platz, ist aber gemütlich. 

Am zweiten Nachmittag fahren wir an den berühmten Whitehaven Beach und verbringen ein paar Stunden dort, bis wir mit dem kleinen Motorboot wieder abgeholt und zum Segelboot zurück gebracht werden. 
Die Sonne scheint und es fühlt sich an wie Sommer. Wir wollen lieber nicht wissen wie unerträglich heiß es hier im Sommer wird.

Unsere Mitreisenden sind zwischen Anfang 20 bis Anfang 30 und von überall auf der Welt. Es sind keine Amerikaner dabei und kein Party Volk, so dass es eher gemütlich zu geht und um jeweils 21:30 Uhr alle in ihren Kojen liegen.

Nach dem Segelausflug steigen wir wieder auf unser Auto um, das geduldig auf dem Parkplatz der Marina auf uns gewartet hat. Wir fahren in drei Tagen zurück nach Brisbane. Die Aufenthalte in Mackay, Hervey Bay und Gladstone sind entspannt und unspektakulär. Wobei ich muss an der Stelle Rainbow Beach erwänen. Die 120 Meter hohe Sanddüne Carlo Sand Blow war schon spektakulär!

Die zwei Tag ein Brisbane verfliegen wie im Flug. Henning nimmt eine Didgeridoo Lehrstunde, wir kaufen eines der Instrumente, streicheln Koala, Emu und Känguru im Lone Pine Koala Sanctuary und verbringen eine Nacht am Flughafen bis um 2:30 unser Flieger nach SINGAPUR geht.

Ich kann es kaum glauben, dass unsere Zeit in Australien bereits vorbei ist. Wir kommen auf jeden Fall mal wieder. In einem Sommer. und einmal um das Outback zu erkunden!

Unser Fazit zu Australien: Die Leute sind nicht so krass freundlich wie die Neuseeländer, aber auch nicht so arrogant und merkwürdig wie die Exemplare Australier, die wir in Neuseeland kennen gelernt haben. Insgesamt hat es uns besser gefallen als gedacht.

Wir haben nicht einmal gezeltet. Das hatte folgenden Grund: Kein Mensch zeltet dort im Winter. nicht einer. Einige Campingplätze haben nicht mal Fläche für Zelte angelegt.